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eREPORT 1/2024

Die internetbasierte Kfz-Zulassung in der Stadt Nürnberg

Eine Stadt in Poleposition

11.01.20243 Minuten3

Seit September nutzen Nürnbergs Bürgerinnen und Bürger den Online-Dienst der internetbasierten Kfz-Zulassung. Damit können Fahrzeughalter nach einer digitalen Kfz-Anmeldung sofort am Straßenverkehr teilnehmen. Das gilt erstmals auch für Autohäuser oder Flottenbetreiber, die Massenzulassungen vornehmen. Der Online Dienst wurde von der AKDB entwickelt und ausgerollt. Über die Einführung haben wir mit Werner Wich gesprochen. Er ist mit seinen Kolleginnen und Kollegen für die Digitalisierungsstrategie der Stadt zuständig.

In Sachen Digitalisierung hat die Stadt Nürnberg die Nase vorn: Dort können nämlich 252 der 575 OZG-Leistungsbündel, die das Onlinezugangsgesetz für Ende 2022 vorgeschrieben hat, digital beantragt werden. Damit liegt Nürnberg seit diesem Jahr auf Platz 1 von 32 untersuchten deutschen Großstädten. Sogar noch vor München. Die ersten Online-Dienste stellt die Stadt ihren Bürgerinnen und Bürgern bereits seit 2003 zur Verfügung. Das Portal „Mein Nürnberg“ mit Servicekonto und Fachverfahrensintegration gibt es seit 2015. Auch eine Payment-Anbindung besteht schon seit 2010.

Die internetbasierte Kfz-Zulassung

Im Zulassungswesen führte Nürnberg 2015 die erste Stufe des Online-Zulassungswesens ein. Es folgten die Stufen zwei und drei. Die Einführung der aktuellen Stufe begleitete unter anderem Werner Wich vom Direktorium Bürgerservice, Digitales und Recht. Die Nutzung verlief eher schleppend. „Mit dem Smartphone als Kartenleser ist aber endlich ein echter Gamechanger vorhanden, denn der Online Ausweis ist perfekt für einfache und schnelle Behördengänge von zu Hause aus“, meint Werner
Wich.

Im September 2023 führte die Stadt die letzte Stufe des internetbasierten Zulassungswesens ein. Sie erlaubt es auch juristischen Personen, also Großkunden wie Autoherstellern oder Flottenbetreibern, Wagen zuzulassen. Auch Tageszulassungen sind jetzt möglich. Das alles erfolgt hoch automatisiert und wird per Schnittstelle direkt an das Kraftfahrtbundesamt in Berlin gemeldet. Ein Ende-zu-Ende digitaler Prozess. Die entsprechende Neuentwicklung des Online-Fachdiensts der internetbasierten Kfz-Zulassung für Bayern wurde von der AKDB im Auftrag des Freistaats realisiert. Den E-Government- Dienst bezieht die Stadtverwaltung aus dem AKDB-Rechenzentrum. Über eine Betriebs- und Management-Plattform stellte die AKDB den Fachdienst zur Verfügung. Die Stadt Nürnberg passte lediglich die Startseite und ein paar Textpassagen an. E-Payment-Funktion und Anmeldefunktion via BayernID sind ebenfalls in den Dienst integriert. Die Middleware OK.KOMM ermöglicht ihrerseits, Schnittstellen zum Fachverfahren der Telecomputer IKOL-KFZ, sodass es keinen Medienbruch gibt.

Bisher 1.336 Transaktione

Besonders interessant für die Stadtverwaltung ist die Auskunft über die Nutzung des neuen Online-Dienstes. „Auf der Betriebsund Managementplattform können wir die Nutzungsstatistiken abrufen. In zwei Monaten gab es über den neuen Online-Dienst bereits 1.336 Transaktionen. Allerdings waren 87 Prozent davon Kfz-Abmeldungen. Die erledigt man als Bürger ganz ohne Einsatz des Online-Ausweises“, so Wich. „Eine große Zeitersparnis beschert der Online-Dienst den circa 50 Mitarbeitenden im Zulassungswesen momentan noch nicht“, so Werner Wich. „Wir erwarten uns eine Zeitersparnis erst mit Massenvorgängen von Großkunden. Online-Angebote gehören heute zu einem modernen Serviceangebot einfach dazu, auch wenn der Gesetzgeber den Prozess nicht digital gedacht hat.“

Jetzt, nachdem das Projekt abgeschlossen ist, nimmt die Stadt Nürnberg weitere Online-Dienste der AKDB ins Visier, etwa Anträge rund um das Thema Führerscheinwesen aus dem Förderangebot des Freistaats, den BayernPackages. „Außerdem werden wir – wo es keine Schnittstellen zwischen Fachverfahren und Online-Diensten gibt – mit Robotic Process Automation arbeiten. Automatisierung, künstliche Intelligenz und Voice- bzw. Chatbots werden bald aus der Verwaltung nicht mehr wegzudenken sein“, prophezeit Wich.

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