Über Jahre hinweg gab es in der Landeshauptstadt Hannover keine zentrale Plattform für Online-Beteiligung. Für jedes Projekt wurde eine separate Lösung beschafft, nach Abschluss wieder abgebaut. Seit Ende 2024 ist das anders. Was die Umstellung gebracht hat.
Der entscheidende Impuls zur Veränderung kam aus der Politik: Der Stadtrat forderte eine zentrale Vorhabenliste sowie eine digitale Infrastruktur, die Beteiligungsprozesse dauerhaft ermöglicht und transparent macht. Daraus entstand eine zweijährige Pilotphase mit einer zentralen Online-Beteiligungsplattform.
Rebekka Jakob, die bei der Landeshauptstadt die Koordinierungsstelle Beteiligung leitet, beschreibt den früheren Zustand so: „Vorher hatten wir für einzelne Projekte separate Lösungen, die nach Projektende wieder verschwanden. Eine zentrale Plattform schafft Kontinuität, sowohl für die Öffentlichkeit als auch intern.“ Die Landeshauptstadt Hannover entschied sich für die Beteiligungsplattform von CrowdInsights, einem Unternehmen der AKDB-Gruppe.
Kontinuität statt Insellösungen
Was Online-Beteiligung leisten kann, hat die Landeshauptstadt Hannover eindrücklich erlebt. Beim Projekt zur Umgestaltung des Maschparks, einer Parkanlage im Zentrum Hannovers, hatten innerhalb von drei Tagen mehr als 2.000 Menschen mitgemacht. Am Ende waren es über 4.100 Beiträge von ebenso vielen Teilnehmenden. Zum Vergleich: Zuvor lagen die Beiträge pro Projekt bei maximal 500.
„Online-Beteiligung erreicht Menschen, die wir in einer Präsenzveranstaltung nie hätten einbinden können“, so Jakob. „Beim Maschpark-Projekt haben innerhalb weniger Tage über 2.000 Personen mitgemacht. Das ist auf einer Veranstaltung schlicht nicht abbildbar.“
Transparenz stärkt Vertrauen
Ziel des Vorhabens war es, Maschpark und Leineufer durch weniger Verkehrsfläche, neue Grünflächen und eine Fahrradroute zu einer zusammenhängenden, kühleren und besser nutzbaren Parkfläche in der Innenstadt zu verbinden.
Die Ergebnisse bleiben auf der Plattform dauerhaft und öffentlich einsehbar, auch lange nach Abschluss eines Projekts. Bürgerinnen und Bürger können nachvollziehen, was aus ihrer Beteiligung geworden ist.
Jakob hebt das als zentrales Argument für Beteiligung hervor: „Uns war es wichtig, dass Beteiligungsprojekte auch nach Abschluss für die Öffentlichkeit nachvollziehbar bleiben. Eine zentrale Plattform ermöglicht genau das und stärkt das Vertrauen in Beteiligungsprozesse.“
Potenzial für weitere Effizienzgewinne
Die Koordinierungsstelle ist weiterhin zentraler Ansprechpartner für alle Fachämter, die Projekte auf der Plattform anlegen wollen. Das ursprüngliche Ziel, dass Fachämter das eigenständig erledigen können, hatte sich mit der alten Plattformversion nicht erfüllt. Der überarbeitete Administrationsbereich der neu aufgesetzten CrowdInsights-Plattform soll das ändern.
