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eREPORT 3/2026

Warum die AKDB ihre Fachverfahren konsequent ins Rechenzentrum verlagert

Cloud only 2028

06.10.20266 Minuten
IT/DigitalisierungClouddienste

Mehr Sicherheit, weniger Betriebsaufwand und eine zukunftsfähige IT für Kommunen: Mit ihrer Cloud-Transformation stellt die AKDB die Weichen für die nächsten Jahre. Im Interview erläutern Dr. Rolf Beyer, Chief Cloud Transformation Officer (CCTO), und Irina Treczoks, Projektleiterin Cloud-Transformation, warum der Weg in die Cloud die konsequente Fortsetzung der AKDB-Strategie ist, wie die Migration bis 2028 umgesetzt wird und welche konkreten Vorteile Städte, Gemeinden und Landkreise davon erwarten können.

Strategie und Zielbild 

Herr Dr. Beyer, warum setzt die AKDB auf „Cloud only“? 

Dr. Rolf Beyer: Die Cloud Transformation ist die logische Fortsetzung unserer langjährigen Strategie. Bis Ende 2027 wollen wir sämtliche heute noch dezentral betriebenen Fachverfahren in die hochsicheren AKDB-Rechenzentren überführen. Damit reagieren wir gezielt auf zentrale Herausforderungen kommunaler IT: steigende Cyberrisiken, wachsende regulatorische Anforderungen, zunehmende Komplexität des IT Betriebs und den Fachkräftemangel. 

Für Kommunen bedeutet das Vorhaben vor allem Entlastung. Wir übernehmen den technischen Betrieb, Wartung, Updates und Sicherheitsmaßnahmen zentral im Rechenzentrum. Die fachliche Verantwortung verbleibt weiterhin bei den Kommunen, während wir für einen stabilen, sicheren und zukunftsfähigen Betrieb sorgen.

Was ist der größte Mehrwert für Kommunen? 

Dr. Rolf Beyer: Kommunen profitieren vor allem von Sicherheit und Compliance. 2025 wurden bundesweit mehr als 333.000 Cybercrime-Delikte registriert, öffentliche Verwaltungen zählen dabei weiterhin zu den bevorzugten Angriffszielen. Gleichzeitig steigen die regulatorischen Anforderungen deutlich an. 

Der Cyber Resilience Act (CRA) als unmittelbar geltende Cyberresilienz-Verordnung der EU verpflichtet Hersteller unter anderem zu kontinuierlichem Schwachstellenmanagement, schnellen Sicherheitsupdates und kurzen Reaktionszeiten. Die Cloud-Transformation schafft hier eine stabile Grundlage: Sicherheits- und Updateprozesse lassen sich zentral, konsistent und effizient steuern. Denn ohne diese Veränderungen könnten Hersteller die hohen Anforderungen des CRA langfristig nur mit erheblichem zusätzlichem Aufwand erfüllen. Gleichzeitig bedeutet es für Kommunen eine spürbare Entlastung im laufenden Betrieb. 

Was sind die wichtigsten Ziele, die bis Ende 2027 erreicht werden sollen? 

Dr. Rolf Beyer: Unser Ziel ist es, die Fachanwendungen vollständig in das AKDB-Rechenzentrum zu überführen. Parallel dazu entwickeln wir ein hoch standardisiertes Betriebs- und Migrationsmodell, legen klare Service-Level fest und bereiten den endgültigen Ausstieg aus dem On-Premises- Betrieb vor. Ab dem Jahr 2028 folgt dann der ausschließliche Betrieb aus dem Rechenzentrum, sodass alle Verfahren zentral, sicher und effizient betrieben werden können. 

Das Migrationsprojekt 

Frau Treczoks, wie läuft die Migration konkret ab? 

Irina Treczoks: 2026 konzentrieren wir uns auf Prozessoptimierung, organisatorische Skalierung und die Vorbereitung des Massen-Roll-outs. Dazu gehören klare Zuständigkeiten, optimierte Migrationsprozesse und eine enge Kommunikation mit den Kommunen. 2027 steht dann die flächendeckende Umsetzung im Fokus. Die Erfahrungen aus jeder Migrationswelle fließen direkt in die weitere Optimierung ein. 2028 begleiten wir letzte Einzelfälle in den Regelbetrieb und schließen die Migration vollständig ab. 

Technische Umsetzung 

Welche Cloud-Infrastruktur kommt zum Einsatz? 

Dr. Rolf Beyer: Alle Fachverfahren werden in unserem eigenen AKDB-Rechenzentrum in Deutschland betrieben. Zusätzlich prüfen wir Kooperationen mit öffentlichen Rechenzentren anderer Bundesländer, um den Betrieb perspektivisch noch flexibler zu gestalten. Dabei ist selbstverständlich sichergestellt, dass sämtliche Sicherheits- und Compliance-Vorgaben vollständig eingehalten werden und die Souveränität gewährleistet ist. 

Wie wird die Datenmigration in der Praxis durchgeführt – gibt es Übergangsphasen oder Parallelbetrieb? 

Irina Treczoks: Für jede Kommune werden Migration- Slots definiert. Damit der Übergang ins AKDB-Rechenzentrum reibungslos gelingt, wird jede Fachanwendung zunächst testweise migriert. Dieses Vorgehen ist kein Novum, denn die Umstellungen vom autonomen Betrieb in unser Rechenzentrum bieten wir bereits seit vielen Jahren an und und betreuen bereits über 27.000 User aus sämtlichen Fachbereichen in unserem Rechenzentrum. Die Kommunen profitieren daher von einem erprobten, sicheren Prozess. 

Welche Maßnahmen stellen Hochverfügbarkeit und Ausfallsicherheit sicher? 

Irina Treczoks: Wir arbeiten mit redundanten Systemen, georedundanten Back-ups und kontinuierlichem Monitoring. Sollte es dennoch zu Störungen kommen, werden die betroffenen Dienste durch eingespielte Notfall- und Wiederherstellungsmaßnahmen schnell wieder in Betrieb genommen.

Datenschutz & Sicherheit 

Herr Dr. Beyer, wie stellt die AKDB Datenschutz und IT-Sicherheit sicher? 

Dr. Rolf Beyer: Alle Fachverfahren unterliegen den deutschen und europäischen Datenschutzvorgaben. Unsere Sicherheitsarchitektur basiert auf einem mehrstufigen Schutzkonzept: verschlüsselte Datenübertragung und -speicherung, moderne Firewallund Intrusion-Detection-Systeme, kontinuierliches Monitoring sowie regelmäßige Penetrationstests. Ergänzt wird das durch redundante Systeme, georedundante Back-ups und klar definierte Notfallprozesse. 

Wer hat Zugriff auf die Daten? 

Dr. Rolf Beyer: Zugriffe werden strikt rollenbasiert vergeben. Jede Person erhält ausschließlich die Berechtigungen, die sie für ihre konkrete Aufgabe benötigt. Alle Zugriffe werden revisionssicher protokolliert und regelmäßig überprüft, um Transparenz und Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten.

Unterstützung der Kommunen 

Frau Treczoks, wie werden Kommunen während der Umstellung begleitet? 

Irina Treczoks: Wir begleiten jede Kommune von der Vorbereitung über die Testmigration bis zur finalen Umstellung. Grundlage ist eine standardisierte Migrations-Roadmap. Da sich an den Fachanwendungen selbst nichts verändert, sondern lediglich der technische Betriebsort, sind in der Regel keine zusätzlichen Schulungen erforderlich. Nach jeder Migration führen wir umfassende technische und fachliche Prüfungen durch, damit alle Prozesse wie gewohnt funktionieren. 

Blick in die Zukunft 

Herr Dr. Beyer, wie entwickelt sich die AKDB Cloud nach 2028 weiter? 

Dr. Rolf Beyer: Unser Fokus liegt auf Cloud-nativen Fachverfahren, einer stärkeren Automatisierung und der nahtlosen Einbindung digitaler Verwaltungsleistungen. Auch in diesem Zusammenhang werden wir die Zusammenarbeit mit öffentlichen Rechenzentren intensivieren, Synergien erschließen und kommunale IT-Leistungen stärker vernetzen. Als Träger und Nutzer der Deutschen Verwaltungscloud (DVC) gestaltet die AKDB das souveräne Cloud- Fundament der öffentlichen Verwaltung aktiv mit und ermöglicht damit eine einfache und rechtssichere Beschaffung von Cloud-Services über einen Online-Marktplatz. 

Dabei geht es um weit mehr als einen neuen Betriebsort für Anwendungen. Wir schaffen die technische und organisatorische Basis für die kommunale IT von morgen. 

Welche zentrale Botschaft zur Cloud-Transformation möchten Sie den Kommunen mitgeben? 

Dr. Rolf Beyer: Der Weg zu einem zentral bereitgestellten IT-Betrieb ist keine kurzfristige technische Umstellung, sondern eine strategische Investition in die Zukunftsfähigkeit kommunaler IT. Kommunen behalten ihre fachliche Hoheit, gewinnen gleichzeitig Sicherheit, Skalierbarkeit und spürbare Entlastung im Betrieb. So entstehen die Voraussetzungen für eine moderne digitale Verwaltung, die auch künftige Anforderungen zuverlässig, wirtschaftlich und zukunftssicher erfüllen kann. 

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