Im Rahmen des bundesweit etablierten Programms „Aufenthalt Digital“ hat das Amt für Migration und Integration des Landkreises Dahme-Spreewald in Brandenburg die Pilotphase für den KI-Einsatz bei Online-Anträgen gestartet. Das Ziel: bessere Unterlagenqualität und schnellere Fallbearbeitung.
Beim Intelligenten Verwaltungsassistenten (iva) handelt es sich um eine KI-Unterstützung, die bis zu 50 Prozent der Bearbeitungszeit bei Verwaltungsanträgen einsparen kann. Aktuell umfasst die Plattform zwei Anwendungsfälle: iva.AT für Aufenthaltstitelanträge und iva.WG für den Einsatz bei Wohngeldanträgen. Die neue moderne KI-Lösung erleichtert Online-Anträge sowohl für Bürgerinnen und Bürger als auch für Sachbearbeitende. Sie kann unter anderem erkennen, ob vom Antragsteller hochgeladene Dokumente tatsächlich jene sind, die vom Online- Dienst abgefragt und in der Ausländerbehörde für die weitere Bearbeitung benötigt werden.
Erste Pilotbehörde in Brandenburg
Die erste Pilotbehörde für die Testung der neuen KI-Komponente iva.AT im Bereich Aufenthaltstitel ist in Brandenburg das Amt für Migration und Integration des Landkreises Dahme-Spreewald, wie das Innenministerium mitteilte. Den Grund erklärt Innenstaatssekretär Dr. Johannes Wagner: „Mit dem Programm ‚Aufenthalt Digital‘ verantwortet das Innenministerium ein bundesweit sehr erfolgreiches und anerkanntes Programm. Mit dem Projektstart der KI-Komponente wollen wir nun einen weiteren Beitrag dazu leisten, die Ausländerbehörden in Brandenburg und in anderen Bundesländern zu unterstützen. Ziel ist es, die Nutzerinnen und Nutzer bei der Online-Antragstellung auf unvollständige Anträge, falsche oder widersprüchliche Dokumente und Angaben hinzuweisen. Dadurch soll der behördenseitige Aufwand für das Nachfordern von Unterlagen spürbar reduziert werden. Ich danke dem Amt für Migration und Integration des Landkreises Dahme- Spreewald für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit.“ Die KI-Komponente iva.AT der AKDB kommt zunächst in den Online-Diensten „Erwerbstätigkeit“, „Ausbildung“, „Familiennachzug“ und „Niederlassungserlaubnis“ zum Einsatz und wird Schritt für Schritt auf weitere Angebote zur Beantragung von Aufenthaltstiteln ausgedehnt.
Ausweitung auf weitere Behörden
Am Pilotprojekt beteiligen sich aus anderen Bundesländern die Ausländerbehörden der Städte Leipzig, Lörrach, Hildesheim, Fürth und Offenbach sowie die Behörden des Landkreises Dachau und der Region Hannover. Die Online-Dienste des Programms „Aufenthalt Digital“ werden bereits in zahlreichen Ausländerbehörden deutschlandweit eingesetzt. Nach Abschluss der iva.AT-Pilotierungsphase ist deshalb vorgesehen, die KI-Komponente noch in diesem Jahr auch den weiteren nachnutzenden Ausländerbehörden zur Verfügung zu stellen.
Programm „Aufenthalt Digital“
Der Piloteinsatz von iva.AT erfolgt im Rahmen des Programms „Aufenthalt Digital“. Dieses Projekt umfasst insgesamt zehn Online-Dienste, mit denen Antragstellende bei Ausländerbehörden Aufenthaltstitel für verschiedene Aufenthaltszwecke und Aufenthaltsgründe sowie weitere aufenthaltsrechtliche Leistungen online beantragen können.
Freiwillige Nutzung der KI-Unterstützung
Den Antragstellenden steht es frei, die KI-Unterstützung zu nutzen und das Prüfergebnis zu berücksichtigen oder zu überstimmen. Eine Vorentscheidung oder Einflussnahme auf die behördliche Entscheidung durch die KI erfolgt nicht. Die KI-gestützte Vorabprüfung eines Antrags erleichtert die anschließende Bearbeitung durch die Sachbearbeitenden. Darüber hinaus profitieren diese durch den Einsatz von iva.AT spürbar, da das System den gesamten Antragsbearbeitungsprozess prüfend begleitet und unter anderem durch die automatische Erstellung vorformulierter Schreiben erhebliche Zeitersparnisse ermöglicht.
