Die Nationale Digitaloffensive verzeichnet ihren ersten flächendeckenden Umsetzungserfolg: Alle bayerischen Ausländerbehörden ermöglichen die digitale Beantragung von Aufenthaltstiteln. Damit wurde das erste von fünf zentralen Digitalisierungsprojekten über zwei Monate vor der vereinbarten Frist abgeschlossen. Als Generalunternehmerin für Bayern verantwortet die Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) die technische Integration und den landesweiten Roll-out der digitalen Verwaltungsleistungen.
Mit der Nationalen Digitaloffensive verfolgen Bund, Länder und Kommunen das Ziel, zentrale Verwaltungsleistungen bis Ende 2026 flächendeckend digital bereitzustellen. Die Initiative wurde im Januar 2026 von Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger, Bayerns Digitalminister Dr. Fabian Mehring und Hessens Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt steht ein standardisierter und effizienter Roll-out bereits bestehender Online-Dienste, der zugleich als Modell für eine bundesweite Umsetzung dienen soll. In Bayern übernimmt die AKDB als Landes-Generalunternehmerin eine zentrale Rolle bei der Umsetzung dieser Initiative. Gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Digitales, der BayKommun AöR, der govdigital eG als Bundes-Generalunternehmerin, dem Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung sowie weiteren Partnern treibt sie die landesweite Bereitstellung digitaler Verwaltungsleistungen voran. Zu ihren Aufgaben zählen insbesondere die technische Integration, die Koordination des Roll-outs und die Unterstützung der Kommunen bei der Einführung der Online-Dienste.
Digitalisierungserfolg durch Zusammenarbeit und intelligente Technologien
„Dass die Dienste des ‚Aufenthalt Digital‘ in so kurzer Zeit flächendeckend in ganz Bayern ausgerollt werden konnten, ist ein großer gemeinsamer Erfolg. Er zeigt, dass wir mit gebündelten Kräften und standardisierten Prozessen auch komplexe Digitalisierungsprojekte schnell in die kommunale Praxis bringen können. Als AKDB leisten wir dazu einen wichtigen technischen und organisatorischen Beitrag. Gleichzeitig entwickeln wir die digitalen Angebote konsequent weiter: Mit unserem Intelligenten Verwaltungsassistenten iva.AT stellen wir sicher, dass Antragstellende bei 160 Ausländerbehörden deutschlandweit ihre Anträge so korrekt und vollständig wie möglich einreichen“, erklärt Rudolf Schleyer, Vorstandsvorsitzender der AKDB.
Weitere Online-Dienste auf dem Weg zur Flächendeckung
Der erfolgreiche Roll-out des „Aufenthalt Digital“ markiert einen wichtigen Meilenstein der Nationalen Digitaloffensive. Insgesamt konzentriert sich die Initiative in Bayern auf fünf zentrale Verwaltungsleistungen: die elektronische Wohnsitzanmeldung, aufenthaltsrechtliche Verfahren, das Führerscheinwesen, waffenrechtliche Leistungen sowie digitale Bauantragsverfahren.
Auch bei der Bereitstellung weiterer Online-Dienste schreitet die Digitalisierungsoffensive voran. Über alle fünf Verwaltungsbereiche hinweg sind nach aktuellem Stand 1.393 von 1.808 vorgesehenen Behördenanbindungen umgesetzt worden.
Mit der übergreifenden Bündelung von Ressourcen, einer Etablierung standardisierter Einführungsprozesse und einer koordinierten Roll-out-Steuerung schafft die Nationale Digitaloffensive die Voraussetzungen, um digitale Verwaltungsleistungen schneller und effizienter in die Fläche zu bringen. Der vorzeitige Erfolg des „Aufenthalt Digital“ zeigt, welches Potenzial in diesem gemeinsamen Vorgehen für Bayern und ganz Deutschland liegt.
Über „Aufenthalt Digital“
Der im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes (OZG) in Brandenburg entwickelte Online-Dienst „Aufenthalt Digital“ ermöglicht es, Aufenthaltstitel für unterschiedliche Aufenthaltszwecke digital zu beantragen. Dazu zählen unter anderem Ausbildung, Erwerbstätigkeit, Freizügigkeit, Familiennachzug, Niederlassungserlaubnisse, Fachkräfteverfahren und humanitäre Aufenthaltsgründe. Insgesamt umfasst das Angebot zehn mehrsprachig verfügbare Online-Dienste, über die Antragsdaten maschinenlesbar an die Fachsoftware der zuständigen Ausländerbehörden übermittelt werden können. Durch die Integration des KI-gestützten Intelligenten Verwaltungsassistenten iva.AT werden Antragstellende zusätzlich bei der Eingabe und Überprüfung ihrer Angaben unterstützt und die Qualität der Anträge bei Einreichung gesteigert.





