Die Smart Country Convention stand dieses Jahr im Zeichen digitaler Resilienz, bundesweiter Technologie-Plattformen und KI-gestützter Verwaltungsprozesse. Die AKDB zeigte an ihrem Stand, welche Themen dabei besonders im Fokus stehen: KI im Verwaltungsalltag, der kommunale IT-Betrieb aus der Cloud sowie die Tendenz zur Kooperation zwischen öffentlichen IT-Dienstleistern.
Bundesdigitalminister Karsten Wildberger stellte bei der Eröffnung die Bedeutung der Digitalisierung von Verwaltungsprozessen heraus: „Unser gemeinsames Ziel ist ein leistungsfähiger, bürgernaher und zukunftsfähiger Staat. Digitalisierung, moderne Verwaltungen und smarte Städte müssen den Alltag der Menschen spürbar einfacher und besser machen. Nur dann wächst das Vertrauen in den Staat. Das ist unsere Aufgabe – und unsere Verantwortung.“
Damit war der Ton der Veranstaltung gesetzt: Viele Diskussionen und Präsentationen drehten sich um die Frage, wie Verwaltung leistungsfähiger, resilienter und gleichzeitig souverän digitalisiert werden kann. Die AKDB zeigte gemeinsam mit Partnern, wie dieser Wandel konkret aussieht.
KI für Kommunen: Startschuss für die GenAI-Plattform
Ein zentrales Highlight war das Go-Live der GenAI-Plattform am govdigital-Stand. Gemeinsam diskutierten Christian Davepon, Head of AI der AKDB, Max Brünn (govdigital), Thomas Brandmann (Dataport), Christoph Schnorrenberger (Komm.ONE) und Kerstin Pede (AKDB) die neue gemeinsame technische Grundlage für KI-Anwendungen im öffentlichen Sektor.
Die Plattform soll es öffentlichen IT-Dienstleistern ermöglichen, KI-Lösungen sicher und standardisiert ihren Kommunen bereitzustellen. Im Mittelpunkt stehen dabei vier zentrale Anforderungen: Interoperabilität, Sicherheit, Souveränität und Skalierbarkeit – Dimensionen, die einzelne Kommunen zunehmend kaum noch allein stemmen können.
Die Idee dahinter: KI gemeinsam integrieren und betreiben – unter höchsten Datenschutzanforderungen und gleichzeitig wirtschaftlich. Die Plattform steht exemplarisch für einen Trend, der sich durch viele Gespräche auf der Messe zog: Kooperation statt Insellösungen.
Die AKDB bringt bereits ihren kommunalen KI-Assistenten KAI auf die Plattform. Gleichzeitig ging der Blick schon weiter in die Zukunft. Kerstin Pede ermutigte Partner und Kunden, bestehende KI- und Agentic-Workflows auf der GenAI-Plattform bereitzustellen und gemeinsam Use Cases für KI-gestützte Angebote umzusetzen, damit sukzessive ein attraktives Portfolio auf der Plattform entsteht.
Konsolidierung als Antwort auf Cyberrisiken und KI-Bedarf
Dass Kooperation inzwischen von strategischem Vorteil ist, machte auch der AKDB-Vorstandsvorsitzende Rudolf Schleyer deutlich. Er verwies auf bereits umgesetzte Bündelungen von Ressourcen – etwa im Sozialwesen durch die Zusammenarbeit mit Prosoz oder bei Wahlsoftware durch die Konzentration in der votegroup. Ab Januar 2027 soll zudem eine bundesweite Lösung fürs Zulassungs- und Führerscheinwesen an den Start gehen, an der die fünf großen öffentlichen IT-Dienstleister Komm.ONE, regio iT, KDO, ekom21 und AKDB beteiligt sind.
Auch Vertreterinnen und Vertreter anderer Bundesländer beschrieben ähnliche Entwicklungen. In Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg arbeiten die Länder daran, ihre sehr unterschiedlich aufgestellten Kommunen durch stärkere IT-Konsolidierung zukunftsfähig zu machen. Hintergrund sind nicht nur steigende Cybergefahren, sondern auch der rapide wachsende Bedarf an Rechenleistung durch KI-Anwendungen.
Zusammenspiel zwischen BundID und d-you
Ein weiteres großes Thema war die digitale Souveränität Deutschlands und Europas. Damit Bürgerinnen und Bürger auch künftig Vertrauen in staatliche digitale Angebote haben, müsse die europäische EUDI-Wallet - in Deutschland unter dem Namen „d-you“ bekannt - schnell nutzbar werden. Starten soll sie am 2. Januar 2027. Die BundID übernimmt dabei die Funktion eines vertrauenswürdigen Nutzerkontos und Authentifizierungsdienstes, über den sich Bürgerinnen und Bürger gegenüber Online‑Verwaltungsdiensten identifizieren können. In Verbindung mit einer d‑you kann die BundID genutzt werden, um Identitätsdaten oder Nachweise sicher bereitzustellen und bestehende Verwaltungszugänge mit der neuen europäischen Wallet‑Infrastruktur zu verknüpfen. Der Erfolg der d-you, da waren sich die Panelisten auf der AKDB-Stage einig, hängt auch davon ab, wie sehr konkrete Anwendungsfälle aus der Privatwirtschaft darauf verfügbar sein werden.
Deutschland-Stack als Basis-Infrastruktur
Eng damit verbunden ist der sogenannte Deutschland-Stack: eine technische Referenzarchitektur für die digitale Verwaltung in Deutschland. Statt eines einzelnen Produkts handelt es sich um einen standardisierten Technologie-Baukasten mit Komponenten. Das sind zum Beispiel Basisdienste wie die BundID, aber auch KI-Modelle und Anwendungen. Wichtige Voraussetzung dafür: einheitliche Standards für Bund, Länder und Kommunen. Ziel ist eine gemeinsame, souveräne digitale Infrastruktur für die Verwaltung.
Der Verwaltungsarbeitsplatz aus der Cloud
Wie Entlastung für Kommunen ganz praktisch aussehen kann, zeigte Dr. Rolf Beyer, Chief Cloud Transformation Officer der AKDB, mit dem „Verwaltungsarbeitsplatz der Zukunft“. Dahinter steht ein vollständig cloudbasierter Arbeitsplatz, sodass Kommunen künftig bei zahlreichen zeitintensiven Aufgaben entlastet werden – von Softwarepflege und Updates bis hin zum Aufbau eigener Security Operation Center.
Auch bei der Registermodernisierung setzt die AKDB auf Cloud-Technologien. Manfred Neidel stellte das Projekt „Register as a Service“ vor: ein sicheres, cloudbasiertes und standardisiertes Modell für amtliche Register wie Melderegister. Besonders im Fokus steht dabei die Sicherheit sensibler Daten. Diese werden in einer sogenannten Confidential-Computing-Umgebung verarbeitet und bleiben selbst während der Verarbeitung verschlüsselt.
Fazit: Die Zukunft der Verwaltung entsteht gemeinsam
Die Smart Country Convention machte deutlich: Die digitale Verwaltung der Zukunft entsteht nicht im Alleingang. Ob KI-Plattformen, Registermodernisierung oder digitale Identitäten – viele Herausforderungen lassen sich nur gemeinsam bewältigen. Für die AKDB und ihre Partner lautet die zentrale Botschaft daher: Fortschritt entsteht dort, wo öffentliche IT-Dienstleister, Länder und Bund ihre Kräfte bündeln.




