Rund 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verfolgten am 29. April gespannt das Webinar zum Auftakt der Techniktage 2026. Im Fokus: Künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung und innovative Anwendungen, mit denen die AKDB Kommunen und Behörden unterstützen möchte.
Kaum eine Nachrichtensendung, kaum ein Online-Portal kommen heute ohne Schlagzeilen zu künstlicher Intelligenz aus. Ob es um neue Sprachmodelle, medizinische Durchbrüche oder ethische Debatten geht – KI ist allgegenwärtig. Auch die öffentliche Verwaltung steht vor der Frage, wie diese Technologie sinnvoll eingesetzt werden kann. Beim Auftakt der Techniktage 2026 zeigte die AKDB, welche Chancen und konkreten Lösungen hier bereits bereitstehen.
Einsparpotenzial in Meldebehörden: bis zu 90 Prozent Zeit
Ob es um Handschriftenerkennung, um das Auslesen von Daten aus PDFs oder um Chatbots: Ki macht all dies jetzt bereits möglich. Sebastian Koch, Head of Product Experience Department bei der AKDB, veranschaulichte den Einsatz von KI in Fachanwendungen anhand von konkreten Beispielen. Beim Wohngeldantrag, bei Zuzugsmeldungen, bei der Reisekostenabrechnung oder der Wohnungsgeberbestätigung: Hier wird KI es ermöglichen, Plausibilitätsprüfungen zu übernehmen oder digital eingereichte Dokumente auf Vollständigkeit zu überprüfen. Auch im Finanzwesen wird KI Daten aus einem PDF extrahieren, einer Kostenstelle zuordnen und Währungen erkennen. Die KI analysiert beispielsweise die Umsätze und macht Vorschläge für die Zuordnung zu offenen Posten. Die Trefferquote beträgt 100 Prozent. All das soll Kommunen spürbar entlasten.
Ein smarter Helfer für kommunale Mitarbeitende
Besonders großes Interesse weckte der Vortrag über den neu entwickelten AI-Chatbot der AKDB KAI: Der kommunale Chatbot KAI wird derzeit in einigen bayerischen Kommunen pilotiert und soll ab Sommer 2026 auch für weitere Kommunen verfügbar sein. KAI bietet alle gewohnten KI-Chatbot-Features – und wird nach und nach auch in den Oberflächen von AKDB-Fachverfahren integriert sein.
In Zukunft, so Christian Davepon, Head of KI bei der AKDB, werden Fachanwendung von Grund auf anders konzipiert werden – und zwar KI-first. Denkbar wäre, dass sie wie Multi-Agenten-Systeme arbeiten, die selbstständig Informationen und Dokumente finden und zusammenstellen. Im Vordergrund sei aber immer noch der Mensch, der die Ergebnisse freigebe. Die KI macht lediglich Vorschläge, der Sachbearbeitende ist die Kontrollinstanz.
KI-Applikationen unkompliziert bereitstellen
Auf die Frage hin, wo diese KI-Applikation künftig beziehbar sein werden, lautete die Antwort von Davepon: aus der GenAI-Plattform. Die AKDB wurde federführend von der govdigital Genossenschaft beauftragt, eine solche Plattform zu entwickeln: Es handelt sich um eine souveräne und gemeinschaftlich betriebene Plattform, mit der generative KI für Kommunen sicher, wirtschaftlich und skalierbar nutzbar gemacht werden kann. Ziel ist es, durch die Standards der Plattform die Arbeit für Kommunen bezüglich Datenschutz, Compliance und IT-Sicherheit auf ein Minimum zu reduzieren.
Die vielen Fragen im Chat und die vielen E-Mails, die im Nachgang des Webinars eingingen, machen deutlich: Angesichts des Fachkräftemangels erscheint vielen Kommunen KI als eine sichere, leistungsfähige Lösung. Jetzt gilt es, kommunale Entscheider und Kolleginnen dafür zu begeistern, mit Schulungen, Weiterbildungen und viel Experimentierfreude.
Erfahren Sie mehr über die KI-Lösungen bei der AKDB: https://www.akdb.de/loesungen/digitale-verwaltung/kai-kommunale-ai/



