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Techniktage 2026

Techniktage Tag 3: Cloud Computing als Zukunftsmodell für Bayerns Kommunen

26.05.20264 Minuten2
IT/DigitalisierungVeranstaltungenClouddienste

Die Cyberbedrohung für Städte und Gemeinden wächst, die politischen und rechtlichen Anforderungen werden strenger, die personellen und finanziellen Mittel bleiben knapp. Am dritten Tag der Techniktage, der am 20. Mai stattfand, wurde deutlich: Der Weg in die Cloud ist für viele Kommunen in Bayern längst mehr als eine technische Option – er wird zur strategischen Notwendigkeit. 

Mit über 200 Fachleuten aus dem kommunalen IT-Bereich war der dritte Termin der Techniktage gut besucht. Kein Wunder: Das Fokusthema des Online-Events der AKDB-Gruppe hieß „Cloud im Fokus“. Für Dr. Rolf Beyer, Chief Cloud Transformation Officer bei der AKDB, ist die Lage eindeutig: Kommunen stehen digital unter erheblichem Beschuss. Die Zahl gezielter Hackerangriffe auf öffentliche Einrichtungen sei in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Beyer erinnerte an den Cyberangriff auf den Eigenbetrieb der Stadtentwässerung Fürth im Winter 2025 – ein Beispiel dafür, wie schnell elementare Infrastrukturen ins Wanken geraten können. 

Kommunen unter Druck

Während große Unternehmen teure Schutzmaßnahmen ergreifen können, kämpfen viele Städte und Gemeinden mit schmalen IT-Budgets, technisch überalterten Systemen und historisch gewachsenen Strukturen. Gleichzeitig verschärfen europäische Regelwerke wie der Cyber Resilience Act und die NIS2-Richtlinie den Handlungsdruck erheblich. Sie verlangen nicht nur sichere Softwareentwicklung, lückenlose Dokumentation und regelmäßige Updates, sondern auch professionelles Incident Management. Diese Pflichten treffen nicht nur Entwickler, sondern auch Betreiber – und machen IT-Sicherheit zu einer kontinuierlichen Kernaufgabe. Auch der Bund zwinge Kommunen und IT-Dienstleister zum Umdenken. Denn immer mehr Fachverfahren würden künftig zentral bereitgestellt. So zum Beispiel die internetbasierte Kfz-Zulassung. Diese werde die Blaupause für weitere zentrale Prozesse darstellen. Ein Wechsel in die Cloud sei, so Beyer, aus oben genannten Gründen regelrecht alternativlos.

AKDB setzt auf Cloud-native und Cloud-only 

Als eine Konsequenz kündigte Beyer eine klare Marschroute für die AKDB an: Künftig sollen sämtliche Fachanwendungen cloud-native auf einer Kubernetes-Plattform betrieben werden. Die AKDB verfolgt die Zielsetzung: Ab 2028 laufen alle Fachverfahren in der Cloud.

Auch sollen zukünftig sogar komplett digitale Arbeitsplätze als Service aus der Cloud bereitgestellt werden. Auf die Frage hin, ob die AKDB-Rechenzentren sicher seien, erwiderte Beyer: „Wir investieren massiv in Sicherheit. Derzeit wird das Monitoring- und Sicherheitsteam ausgebaut und es wird an der Einrichtung eines hochleistungsfähigen Security Operations Center für die Kommunen gearbeitet.“ Für kommunale IT-Administratoren bedeutet dieser Schritt einen Rollenwechsel: Sie werden künftig weniger technisch-operativ arbeiten, stattdessen stärker die Anforderungen ihrer Fachbereiche formulieren und mehr Management-Aufgaben übernehmen.

AKDB treibt SaaS voran

Konkrete Beispiele für Software-as-a-Service aus der AKDB-Schmiede lieferte Holger Gehringer, der Leiter der Produktgruppe Finanzwesen. So werde OK.FINN, die Weiterentwicklung der jetzigen Finanzsoftware, künftig ihre Module ausschließlich im Web anbieten. Diese seien perfekt verzahnt mit Fachsoftware wie OK.EWO, BayBIS oder dem Zulassungswesen. Voraussetzung für den Wechsel sei die Migration der jetzigen Finanzsoftware OK.FIS in die AKDB Cloud. Das gleiche gelte, so Gehringer, für digitale Fernsignaturen. Es sei viel zu aufwendig, sie hundertfach lokal zu installieren. Eine Bereitstellung aus der Cloud sei der ideale Weg. 

Auch die AKDB-Tochter digitalfabriX setzt auf die Cloud. Thomas Schweizer, Chief Operating Officer erläuterte: Bei 600 Verwaltungen, die das Dokumentenmanagementsystem der AKDB benutzen, sei es immer schwieriger, sie individuell on-premise zu betreuen. Und so sei seit 2025 das gesamte Dokumentenmanagementsystem dank des webbasierten Produkts komX.Cloud auch aus der Cloud beziehbar. Auf die Frage hin, wann man auf die Cloud umsteigen müsse, erwiderte Schweizer, dass eine zeitlich gestreckte Migration der diversen Module und Funktionen problemlos möglich sei. 

Aus der Cloud kommt auch KoKo, die hochsichere Kollaborations- und Kommunikationsplattform der AKDB. Manfred Neidel und Fabienne Gerhard erläuterten, wie sie speziell für die öffentliche Verwaltung entwickelt wurde und es Behörden ermögliche, den digitalen Datenaustausch und die interne Zusammenarbeit datenschutzkonform abzuwickeln. 

Zwischen Aufbruch und Vorsicht

Die kommunale IT in Bayern bewegt sich unausweichlich in Richtung cloudbasierter, zentral gesteuerter Systeme. Ob als Sicherheitsmaßnahme, zur Effizienzsteigerung oder aus regulatorischem Zwang: Der Umstieg in die Cloud ist eingeleitet. Jetzt gilt es, die notwendigen Strukturen und Kompetenzen aufzubauen, bevor neue Angriffswellen oder Gesetzesauflagen Kommunen zum Handeln zwingen.

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