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eREPORT 2/2024

AKDB setzt in Zukunft auf Cloud-Computing

In der Cloud zu Hause

18.06.20246 Minuten9
ClouddiensteE-Government

In einer zunehmend digitalisierten Welt stehen Regierungen und öffentliche Verwaltungen vor der Herausforderung, effizienter zu arbeiten und den Bedürfnissen der Bürger gerecht zu werden. In diesem Zusammenhang erweisen sich Cloud-Computing und IT-Outsourcing als entscheidende Instrumente, um die Verwaltung zu modernisieren und ihre Leistungsfähigkeit zu steigern.

Die Digitalisierung der Verwaltung hat eine technische und fachliche Komplexität erreicht, die mit klassischen On-Premises Betriebsmodellen kaum mehr oder nur mit großem Aufwand handhabbar ist. Die Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) zeigten dies sehr deutlich. Die stärkere Vernetzung von Fachverfahren im Rahmen des OZG und der Bedarf an Interoperabilität, der mit der Verordnung zum Single Digital Gateway (SDG) einhergeht, erfordern neue Architekturprinzipien
bei der Gestaltung der Verfahrenslandschaft in Deutschland. Dazu kommen Herausforderungen wie der Fachkräftemangel und wachsende Cybergefahren. Eine der Lösungen ist das Verlassen einer In einer zunehmend digitalisierten Welt stehen Regierungen und öffentliche Verwaltungen vor der Herausforderung, effizienter zu arbeiten und den Bedürfnissen der Bürger gerecht zu werden. In diesem Zusammenhang erweisen sich Cloud-Computing und IT-Outsourcing als entscheidende Instrumente, um die Verwaltung zu modernisieren und ihre Leistungsfähigkeit zu steigern. In der zu Hause On-Premises-Architektur hin zum standardisierten Cloud-Computing in öffentlichrechtlichen Rechenzentren.

Skalierbar und on demand

Die Vorteile: Die Cloud bietet Verwaltungen eine unübertroffene Flexibilität und Skalierbarkeit. Sie ermöglicht es, Ressourcen bei Bedarf schnell zu erweitern oder zu reduzieren, ohne langwierige Investitionen in Hardware und Infrastruktur tätigen zu müssen. Laut einer Untersuchung von IDC aus dem Jahr 2022 ermöglicht die Cloud Verwaltungen eine 50-prozentige Steigerung der Agilität und Reaktionsfähigkeit bei sich ändernden Anforderungen.

Sicher und hoch verfügbar

Entgegen einiger Bedenken bieten Cloud- Computing und IT-Outsourcing oft ein höheres Maß an Sicherheit und Compliance als On-Premises-Systeme. Kommunale Cloud-Anbieter wie die AKDB investieren in Sicherheitstechnologien und halten sich an strenge Datenschutz- und Compliance-Vorschriften. Außerdem können Verwaltungen durch die Nutzung von cloudbasierten Plattformen schnell neue Anwendungen und Dienste implementieren und so ihre Effizienz steigern und die Bürgerzufriedenheit erhöhen. Ein weiterer Vorteil: Durch die Auslagerung von IT-Services in die Cloud können sich Verwaltungen auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und ihre Ressourcen dort einsetzen, wo sie den größten Mehrwert schaffen. Aufwände für die Einhaltung des Datenschutzes und der ITSicherheit fallen weg. Dasselbe gilt für Security Patches und Updates, um die sich IT-Leiter nicht mehr kümmern müssen, denn sie werden stets zeitnah „im Hintergrund“ im Rechenzentrum installiert.

Containerisierung

Die hohe Verfügbarkeit wird unter anderem durch die Container-Technologie erreicht, die die AKDB seit Jahren einsetzt, um für die Cloud-Ära bereit zu sein. Containerisierung nennt man das Verpacken von Software- Code in Pakete (Paketierung). Durch die Paketierung einer Anwendung in einen Container kann die Anwendung überall dort verwendet werden, wohin sie verschoben wird. Reicht die Rechenkapazität kurzfristig nicht mehr aus, können die Container auch in anderen Datacentern betrieben werden, zum Beispiel in denen anderer öffentlich-rechtlicher Anbieter.

Diese neue Lösungsarchitektur erleichtert es der AKDB erheblich, mit steigenden Anforderungen umzugehen. Peter Köhlmann, Teamleiter DevOps bei der AKDB, wird konkret: „Als wir etwa den Online- Dienst für die Beantragung der Briefwahlunterlagen einführten, rechneten wir bereits mit Lastspitzen von bis zu 30.000 Anträgen pro Stunde. Mit der Multi-Cloud-Container-Management-Plattform Rancher Prime konnten wir die Infrastruktur so skalieren, dass sie den zeitweise sehr hohen Leistungsanforderungen gewachsen war. Dadurch wurden mehrere Millionen Anträge im Vorfeld der vergangenen Landtagswahl ohne Wartezeiten entgegengenommen und verarbeitet.“

IT-Outsourcing

Ein Schritt in die kommunale Cloud stellt das Next Generation Outsourcing (NextGO) dar. Dabei übergeben Kommunen die Betriebsverantwortung ihrer IT der AKDB. Die Lösung wurde auf Roadshow-Terminen Anfang des Jahres und auf den diesjährigen Techniktagen von AKDB und LivingData detailliert präsentiert und wird von immer mehr bayerischen Kommunen in Anspruch genommen. Beim Next Generation Outsourcing können sich IT-Verantwortliche entscheiden, ob sie noch eigene Server On-Premises in der Kommune behalten oder die gesamte Infrastruktur auslagern. Bei letzterer Lösung werden sämtliche Applikationen und Server im AKDB-Rechenzentrum betrieben. Das macht sie bereit für die Cloud und wird IT-Leiter in Kommunen massiv entlasten und ihr Aufgabengebiet verändern: weg von operativen Tätigkeiten hin zu einer steuernden, strategischen und überwachenden Rolle. Laut einer Umfrage von Deloitte aus dem Jahr 2023 gaben 75 Prozent der öffentlichen Verwaltungen an, dass IT-Outsourcing es ihnen ermöglicht hat, sich stärker auf strategische Initiativen zu konzentrieren und den Fachkräftemangel dadurch abzufangen. Das deckt sich mit der vorherrschenden Einschätzung kommunaler IT-Verantwortlicher, dass es heutzutage mit weniger als 20 Mitarbeitenden in der IT nicht mehr sinnvoll erscheint, diese selbst betreiben und managen zu wollen.

Leistungsfähige Rechenzentren

Auch in puncto Hardware rüstet die AKDB auf, um Kommunen bereit für die Cloud zu machen. In Bayreuth werden gerade zwei modulare, hochmoderne Rechenzentren fertiggestellt, die eine große Rechenkapazität aufweisen. Sie werden künftig im Aktiv-Aktiv-Modus betrieben. Dies bedeutet, dass beim Ausfall eines der beiden Rechenzentren die betroffenen Anwendungen nahtlos vom zweiten Rechenzentrum zur Verfügung gestellt werden. Die Daten sollen dafür in Echtzeit synchronisiert werden. Die AKDB-Strategie bis 2025 ist klar: Die Rechenzentren sollen wie beim Fabrikbetrieb hoch standardisiert und automatisiert funktionieren, um für viele Kunden und große Datenmengen Skalierbarkeit zu bieten. Das Outsourcing-Rechenzentrum wird zu einer „Managed Cloud Service Factory“ weiterentwickelt und etabliert.

Die Deutsche Verwaltungs-Cloud (DVC) kommt

Auch auf politischer Ebene werden die Weichenstellungen in Richtung einheitlicher IT-Standards und Cloud-Infrastruktur gesetzt. So war auf der Pressekonferenz nach dem Spitzengespräch „Digitales Bayern“ am 14. März 2024 zu hören, dass die vielen Insellösungen und das Festhalten an lieb gewonnenen Gewohnheiten den angestrebten Skalierungseffekten der Digitalisierung sowie einem modernen digitalen Staat entgegenstünden.

Um das E-Government voranzutreiben, sind sich Bund und öffentliche IT-Dienstleister deshalb einig: Es braucht eine Deutsche Verwaltungs-Cloud, ein Ökosystem von öffentlichen Rechenzentren, in denen Software-Anwendungen nach Open-Source-Standards zur Verfügung gestellt werden und von Kommunen nach Bedarf abgerufen werden können.

Für eine größere digitale Souveränität

Außerdem sollen mit der DVC kritische Abhängigkeiten von Anbietern durch standardisierte, modulare IT-Architekturen reduziert werden. Die Genossenschaft öffentlicher IT-Dienstleister govdigital ist damit betraut worden, ein zentrales Cloud-Service-Portal aufzubauen, um Cloud-Services von öffentlichen IT-Dienstleistern bereitzustellen. Dabei werden Rechenzentren öffentlich-rechtlicher IT-Dienstleister wie der AKDB über ein Kubernetes-Cluster miteinander verbunden. Das ist ein Open-Source-System zur Verwaltung von Container-Anwendungen. Damit erhalten Kommunalverwaltungen eine gemeinsame Betriebsleistung. Im Kubernetes-Cluster der DVC sollen künftig vor allem relevante Anwendungen der öffentlichen Hand betrieben werden. Der Vorteil: Selbst größere Störungen in einzelnen Regionen werden automatisch ausgeglichen und Leistungsspitzen auf diverse Rechenzentren verteilt. So ist der Weg zu effektivem E-Government frei.

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