08.10.20206 Minuten
E-GovernmentVeranstaltungenOZG

Über 1.300 Teilnehmer aus allen Bereichen der öffentlichen Verwaltung, 50 Vortragsredner, vier Fachforen und 25 digitale Messestände mit zahlreichen Chat- und Austauschplattformen: Das war das 4. AKDB Kommunalforum » Digital 2020 in Zahlen. Der Tenor: Die Digitalisierung der Verwaltung ist bereits jetzt der neue Service-Standard für Bürger und Unternehmen. Und Corona hat definitiv dazu beigetragen.

Immer mehr Bereitschaft zur Digitalisierung

Präsentation der Studie „Verwaltung in Krisenzeiten"

Die brandneue Studie „Verwaltung in Krisenzeiten“ der Hertie School of Governance und der Beratungsagentur Next:Public zeigt, dass die Bereitschaft von Bürgern und Verwaltungen, digitale Lösungen zu nutzen und anzubieten, gestiegen ist. 18% der befragten Bürger haben seit der Pandemie mehr Onlinedienste genutzt. Über 40 Prozent wünschen sich einen Online-Kontakt zur Verwaltung, etwa über Online-Portale.
 

1.300 Teilnehmer!

Das erste AKDB Kommunalforum im Live-Stream

Lust auf Digitalisierung beweist auch die rege Teilnahme am AKDB Kommunalforum, das komplett im Live-Stream gezeigt wurde. Über 1.300 Behörden- und Kommunalvertreter sowie Verwaltungs-Experten aus ganz Deutschland folgten von 9 bis 17 Uhr über ihre Tablets, PCs und Laptops den 50 Top-Referenten, die sich auf vier Fachforen verteilten. Die Aufnahmen erfolgten teils live aus dem Studio, teils per Schalte. Da, wo früher der direkte Austausch untereinander stattfand, gab es jetzt Video- und Text-Chats, die vom Publikum ausgiebig genutzt wurden.

Carsten Köppl (Next:Public) diskutiert die Ergebnisse der Studie
Julia Büchler (BR) moderiert das AKDB Kommunalforum im Studio

30 Prozent mehr digitale Verwaltungstransaktionen

Das Grußwort des Vorstandsvorsitzenden Rudolf Schleyer

AKDB Vorstandsvorsitzender Rudolf Schleyer in seinem Grußwort: Die digitale Abwicklung von Verwaltungsleistungen wird zum neuen Service-Standard! Nie zuvor machten Bürger so stark Gebrauch von Online-Diensten auf kommunalen Webseiten wie dem Bürgerservice-Portal. Insgesamt gab es von September 2019 bis August 2020 etwa 2,4 Millionen Vorgänge. Das sind über eine Million Vorgänge mehr als im selben Vorjahreszeitraum. Seit Mai 2020 werden über das Bürgerservice-Portal jede Woche im Schnitt 30 Prozent mehr Verwaltungstransaktionen als früher online abgewickelt. Einzelne Online-Dienste verzeichnen seit der Corona-Pandemie Nutzungszuwächse von 150 bis über 1.000 Prozent.

Mehr Förderprogramme nutzen!

Das Grußwort der bayerischen Staatsministerin für Digitales

Die bayerische Staatsministerin für Digitales: Wie schaffen wir die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes bis 2022? Unter anderem mithilfe von Förderprogrammen. Wie das „Digitale Rathaus“, das bis zu 90 Prozent der Kosten übernimmt. „Künftig muss der digitale Weg zum Amt genauso schnell gehen und genauso einfach und sicher sein wie das Online-Shopping“, so Gerlach, die einmal mehr versprach, dass noch bis Ende dieses Jahres die wichtigsten Online-Leistung Kommunen zur Verfügung stehen.

 

Das Einer-für-alle-Prinzip

Das Grußwort des Bundes-CIO Dr. Markus Richter

Ähnlich äußerte sich der IT-Beauftragte der Bundesregierung Dr. Markus Richter, der das Losungswort: „Mitmachen! Kooperieren! Zusammenhalten“ ausgab und sich für das Einer-für-Alle-Prinzip aussprach, nachdem digitale Verwaltungslösungen, die zuerst in einem Bundesland entwickelt werden, allen anderen zur Verfügung gestellt werden können. Er lobte die Zusammenarbeit mit Bayern. Insbesondere das daraus entstandene Nutzerkonto Bund, die Identifikationskomponente, die bereits für diverse Online-Dienste in der Bundesverwaltung genutzt werde.

Bundes-CIO Dr. Markus Richter lobte die Zusammenarbeit zwischen Bund und Bayern

Online-Dienste müssen medienbruchfrei in die Fachverfahren greifen

Die Präsentation von Ernst Bürger, Abteilungsleiter "Digitale Verwaltung, Steuerung OZG" beim BMI

Ernst Bürger aus dem Bundesministerium des Innern argumentierte ähnlich. Er erläuterte, wie über das Nutzerkonto Bund Unternehmen die Corona-Überbrückungshilfe oder Eltern das ElterngeldDigital online beantragen können und unterstrich überdies, wie wichtig es sei, dass Online-Dienste medienbruchfrei in die Fachverfahren greifen, die in der Verwaltung eingesetzt werden.

Ernst Bürger vom Bundesministerium des Innern erklärt das Nutzerkonto Bund.

Einer-für-Alle: So geht’s konkret!

Die Umsetzung des Onlinedienstes „elektronischer Aufenthaltstitel“ in Brandenburg

Um Nachnutzbarkeit und das Einer-für-Alle-Prinzip ging es denn auch beim Vortrag von Dr. Philipp Richter vom Innenministerium Brandenburg. Er präsentierte gemeinsam mit Michael Diepold von der AKDB-Stabsstelle Digitalisierung die Umsetzung des elektronischen Aufenthaltstitels. Dies ist ein Pilotprojekt, das Brandenburg und AKDB vorantreiben und das die Nachnutzbarkeit von OZG-Diensten über Ländergrenzen hinweg ganz konkret zeigt.

Dr. Philipp Richter vom Innenministerium Brandenburg präsentiert seine Folien zum elektronischen Aufenthaltstitel.

Nach Corona: die Renaissance der kommunalen Selbstverwaltung

Der Impulsvortrag von Dr. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds

In einer Welt, in der die Digitalisierung in allen Bereichen des Alltags auf dem Vormarsch ist und das Homeoffice zum Standard geworden ist, prophezeite der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Dr. Gerd Landsberg, eine Renaissance der kommunalen Selbstverwaltung, einen generellen Bedeutungszuwachs von Kommunen und einen wirtschaftlichen Aufschwung in ländlichen Regionen. Voraussetzung: der Breitband-Ausbau gehe zügig voran.

Diskussionsrunde im Studio nach dem Impulsvortrag von Dr. Gerd Landsberg. Von l. nach r.: AKDB-Vorstandsvorsitzender Rudolf Schleyer, Stefanie Krüger vom Bayerischen Bezirketag, Birgit Erb, Bürgermeisterin von Oberelsbach und Moderatorin Julia Büchler.

Jede Kommune eine individuelle Digitalisierungsstrategie

Best-Practice-Beispiele: München, Schwangau, Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge

Neben Strategien, politischen und gesetzlichen Handlungsrahmen ging es auf dem AKDB Kommunalforum aber auch um handfeste Lösungen. Der CIO der Landeshauptstadt München, Thomas Bönig, erläuterte seine Digitalstrategie. Dasselbe taten der Landrat des Landkreises Wunsiedel im Fichtelgebirge und der Bürgermeister von Schwangau. In Wunsiedel konzentriert man sich auf die Digitalisierung der Nahversorgung, in München eher auf die Digitalisierung der Verwaltung und der Verkehrsinfrastruktur, in Schwangau auf das Outsourcing der gesamten IT-Infrastruktur.

Thomas Bönig, CIO der Landeshauptstadt München, erläutert sein Digitalisierungsstrategie für die nächsten Jahre.

Unterstützung bei der richtigen Digitalisierungsstrategie

Das neue AKDB-Beratungs-Angebot für mittlere und kleine Kommunen

Dass jede Kommune vor anderen Herausforderungen steht, wirft eine Frage auf: Welche Digitalisierungsstrategie ist jeweils die passende? Genau dieses Problem löst das Competence Center Digitalisierung, das neue Beratungsangebot der AKDB. Hier wird zusammen mit den Kommunalverantwortlichen eine Schritt-für-Schritt-Strategie aufgesetzt und implementiert: von der Zielsetzung über die Ist-Analyse bis hin zu Soll-Situation und Definition von Maßnahmenpaketen und Zuständigkeiten. Die Bereichsleiterin des Competence Center Digitalisierung (CCD),Katja Köhler, präsentierte den Kommunalvertretern das Beratungsangebot.

Die Sicherheit nicht aus den Augen verlieren

Der Präsident des BSI warnt vor Sicherheitslücken

Keine Digitalisierung ohne IT-Sicherheit, das war das Motto des Präsidenten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Er verzeichnete einen Anstieg von Cyberattacken um 15% in Corona-Zeiten. Seine eindringliche Warnung: "Wenn Sie bestimmte Schwachstellen bei sich nicht geschlossen haben, können Sie davon ausgehen, dass Sie angegriffen werden!“ Gleichzeitig forderte er Kommunen auf, Mitglieder in der Allianz für Cybersicherheit zu werden.

Der Präsident des BSI Arne Schönbohm empfiehlt dringend, regelmäßig Backups zu machen und Updates einzuspielen, um Sicherheitslücken zu schließen.

Digitale Souveränität: der Grundpfeiler der Digitalisierung

Saskia Esken: Die Bundesvorsitzende der SPD spricht sich gegen Monopole privater Anbieter aus

Die SPD-Bundesvorsitzende Saskia Esken plädierte in ihrem Beitrag für eine digitale Bildungsoffensive. Besonders vorsichtig müsse man allerdings sein, wenn es um die digitale Souveränität gehe. Sensible Schülerdaten gehören nicht in die Hände von großen privaten Konzernen. Jetzt sei die richtige Zeit für nachhaltige Investitionen in den digitalen Wandel: „Nur das garantiert die Handlungsfähigkeit von Verwaltung und Unternehmen.“

SPD-Vorsitzende Saskia Esken will eine digitale Bildungsoffensive.

Sneak Preview einer neuen Software!

Das neue AKDB-Finanzwesen

Selbstverständlich durften Neuerungen in der AKDB-Produktentwicklung auf dem AKDB Kommunalforum nicht fehlen. Ein besonderes Highlight lieferte die Sneak Preview auf die neue, webbasierte, intuitiv zu bedienende Finanz-Software für Kommunen, die ab Herbst 2021 einsatzbereit sein wird. Aber auch digitale Lösungen für die Kita-Arbeit und für Schulen standen im Mittelpunkt. Besonders jetzt, vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie, ein wichtiges Signal.

Holger Gehringer (AKDB) erklärt, wie die neue Finanzsoftware der AKDB aussehen wird.

Innovationen in Echtzeit umsetzen – dem Markt voraus sein

AKDB beteiligt sich an Startup

Corona hat gezeigt: Kommunen – und somit auch kommunale IT-Unternehmen – müssen schnell umdenken und in Echtzeit auf Bürgerbedürfnisse reagieren, um ihrem Auftrag gerecht zu werden. Das Startup darfichrein.de beweist, dass es möglich ist! Darfichrein.de ist ein gemeinsames Tochterunternehmen der AKDB und des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Bayern sowie des Entwicklerduos Stefan Michalk und Benedikt Schneppe. Die Software-Schmiede entwickelt eine webbasierte Lösung, die Kommunen, Gaststätten und Bildungseinrichtungen eine kontakt- und papierlose Registrierung ihrer Besucher ermöglicht. Darfichrein entstand Ende März im Rahmen des Hackathon der Bundesregierung #WirVsVirus. Seitdem gab es fast 1,3 Millionen Check-ins an über 2.000 Standorten in Deutschland.

Dominik Wörner, Geschäftsführer von darfichrein.de, erklärt die Funktionsweise der papierlosen Registrierung per QR-Code.
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