Beim jüngsten virtuellen IT-Leiter-Stammtisch der AKDB stand ein Thema im Mittelpunkt, das aktuell vielerorts für Kopfschmerzen sorgt: die Beschaffung von Hardware unter schwierigen Marktbedingungen. Hauptreferent Hans Hanuschek von der BayKIT zeichnete ein klares, zugleich besorgniserregendes Bild der Lage – und gab konkrete Tipps, wie Kommunen handlungsfähig bleiben können.
Zum Jahreswechsel schnellten die Preise für Speichermedien und Arbeitsspeicher (RAM) in die Höhe. Grund dafür ist der weltweite Aufbau großer KI-Rechenzentren, die enorme Mengen an Hardware verschlingen. Allein in den USA entsteht in Louisiana eine gewaltige „AI-Farm“. Dieser Trend sorgt für Engpässe bei PCs, Laptops und Tablets – und schlägt sich auch in der kommunalen Beschaffung nieder. Hanuschek empfiehlt, benötigte Hardware möglichst schnell zu sichern, bevor weitere Preissteigerungen eintreten.
Lieferzeiten bis zu einem halben Jahr
Besonders im Bereich Server ist die Situation angespannt: Lieferzeiten von bis zu sechs Monaten sind inzwischen üblich. Die Preise haben sich teilweise verdoppelt oder sogar verzehnfacht. Eine Stabilisierung sei frühestens im kommenden Jahr zu erwarten.
Viele Gemeinden sind für 2026 bereits gut gerüstet, weil sie frühzeitig bestellt oder ihre Bestände aufgestockt haben. Einige Kommunen zwingt der Engpass und die explodierenden Preise zu kreativen Lösungen: Mancherorts wird der PC-Bestand durch den Austausch von Prozessoren modernisiert. Auch der Second-Hand-Markt für Hardware boomt. Für das kommende Jahr rät Hanuschek, die Nutzungsdauer bestehender Geräte zu verlängern, sofern dies technisch möglich ist.
Wartungsverträge und Ausschreibungen betroffen
Nicht nur Hardware, auch Wartungsverträge werden teurer. Zudem sind klassische Ausschreibungen erschwert, weil viele Hersteller derzeit keine festen Preiszusagen machen. Als Alternative verweist Hanuschek auf die zentralen Ausschreibungen der BayKIT, die Kommunen bessere Preiskonditionen sichern, die Förderfähigkeit nicht gefährden und gleichzeitig eine flexiblere Beschaffung ermöglichen.
Der Weg in die Cloud
Als nächsten strategischen Schritt sehen Kommunen den Weg in die Cloud. Wer den Cloud Move macht und seine IT-Infrastruktur auslagert, benötigt vor Ort nur noch kleine Server – eine Möglichkeit, gerade bei Neuanschaffungen zu sparen und sich langfristig skalierbare Rechenleistung zu sichern. Viele Kommunen haben bereits seit einigen Jahren mit der Migration in die AKDB Cloud gestartet, indem sie zentrale Fachverfahren wie das Einwohnerwesen OK.EWO migriert haben. Viele weitere Kommunen in Bayern planen den „move” auch mit anderen Fachverfahren oder mit ihrem Microsoft Office Paket.
