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OZG-Veranstaltung in München

Bayerisches Anwenderforum: Standards schaffen, digital denken!

19.06.20233 Minuten13
IT/DigitalisierungBürgerserviceOZG/EfAE-GovernmentVeranstaltungen

Vertreter von Kommunen, der Handwerkskammer und vom Bayerischen Digitalministerium waren sich einig, dass die OZG-Umsetzung schneller in die Fläche kommen muss. Dafür müsse der Bund Gesetze verabschieden, die die digitale Anwendung bereits berücksichtigen. Sonst riskiert E-Government zu scheitern.

Wir brauchen im Föderalismus einfach mehr Standards, mehr Open Source, mehr Zusammenarbeit zwischen den Ländern, statt Einzel-Vorgaben vom Bund. Nur so könne eine flächendeckende Digitalisierung erreicht werden. Das war eine der Forderungen auf dem Bayerischen Anwenderforum, das mitten in München im Gebäude der IHK für München und Oberbayern stattfand.

Auf dem Bayerischen Anwenderforum treffen sich jedes Jahr Experten aus Verwaltung, Wirtschaft, Politik und diskutieren über konzeptionelle und praktische Fragen des IT-Einsatzes in der bayerischen Behördenlandschaft.

Gesetze „digital“ denken
Die neue CDO der Stadt München, Dr. Laura Dornheim, unterstrich das Problem des Fachkräftemangels in der Verwaltung. Ihre Forderung: Wir müssen alle lernen, digital zu denken, statt Papierprozesse einfach ins Digitale zu heben. Der Ruf ging eindeutig nach Berlin. Kritisiert wurde zum Beispiel das Schriftformerfordernis. Dieses sollte abgeschafft werden, damit Verwaltungsprozesse überhaupt erst Ende-zu-Ende digital werden.

Verwaltungsdigitalisierung als Standortvorteil
Vertreter der Industrie wie IHK-Vizepräsidentin Dagmar Schuller kritisierten die Tendenz zur Überregulierung in deutschen Amtsstuben. Die bekämen besonders Unternehmen zu spüren. Denn die hätten im Schnitt jedes Jahr an die 130 Kontakte zur Verwaltung. Wenn die Prozesse nicht beschleunigt würden schade das dem Standort Bayern. Um das zu gewährleisten, brauche es Gesetze, die bereits in der Entstehung die digitale Ausführung berücksichtigen. „Gesetze müssen programmierbar sein“, fasste es Dr. Wolfgang Denkhaus zusammen, der im Bayerischen Staatsministerium für Digitales Referatsleiter Grundsatzfragen, IT-Strategie, und IT-Recht ist.

Mehr Standards, mehr Microservice-Architektur
Manfred Neidel von der Stabsstelle Digitale Verwaltung der AKDB lobte hingegen das Bayerische Digitalgesetz. Es sei modern, fortschrittlich, partizipativ – und es fördere Open-Source-Technologien. Nur unter Einbeziehung der Entwicklergemeinschaft können schnelle Ergebnisse erreicht werden. Auch er sprach sich gegen zentralistische Tendenzen aus. „Wir müssen weniger monolithische Software entwickeln“, so Neidel. „Stattdessen helfen einheitliche Standards, Schnittstellen und Software, die auf Microservices basiert und in jeder Website integrierbar ist.“

Niedrigschwellige Authentifikation ist ein Gamechanger
AKDB-Vorstandsmitglied Gudrun Aschenbrenner machte sich für die föderalen Strukturen stark und für das Prinzip digitaler Ende-zu-Ende-Prozesse. Welche Einer-für-Alle-Dienste in Deutschland ausgerollt werden sollen, sollte Sache der Länder und Kommunen sein, nicht die des Bundes. Auch sie plädierte für das Prinzip „digital first“, bei dem Prozesse von Anfang an digital gedacht werden. Und Lukas Jungwirth, Projektmanager Services Bund/Länder hob die Wichtigkeit des Nutzerkontos fürs E-Government hervor: Aktuell gibt es 800.000 registrierte BayernIDs und drei Millionen BundIDs. Dabei unterstrich er, dass eine niedrigschwellige Authentifikation ein wahrer Gamechanger für die massenhafte Nutzung von E-Government-Diensten ist. 

Die AKDB war mit eigenem Stand vertreten, auf dem der Solution Circle abgebildet war - der Überblick über die gesamte Lösungspalette der AKDB-Gruppe.

 

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