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Moderne Raumplanung in Zeiten des demografischen Wandels

Neustadt a.d. Donau nutzt den TERA Objektmanager

14.12.20206 Minuten2
Bau/GIS/FM

Fast 75.000 Baugenehmigungen wurden 2017 im Freistaat erteilt, meldete das Landesamt für Statistik im Frühjahr. Auch in der niederbayerischen Kommune Neustadt an der Donau im Landkreis Kelheim macht sich der Bauboom bemerkbar. Ein guter Grund, den TERA Objektmanager einzusetzen. Denn mit dem Rauminformationssystem der AKDB kann das Bauamt jetzt schneller über neue Bauvorhaben entscheiden und auf die neuen Bebauungspläne zugreifen.

Wer heute durch das mittelalterlich geprägte Neustadt an der Donau spaziert, sieht strahlende Fassaden in Altrosa, Cremegelb und Grün. Der gotische Stadtkern ist vor kurzem frisch renoviert worden. „Das haben wir einem Fassadenprogramm zu verdanken“, erklärt Bauamtsleiter Albert Moser stolz, dessen Büro sich im imposanten Rathaus befindet, einem zweigeschossigen spätgotischen Steilsatteldachbau aus dem 15. Jahrhundert. „Seit einigen Jahren ist die Stadtmitte wieder lebendig, es gibt neue Lokale und Läden. Wir haben sehr vom Städtebauförderungsprogramm profitiert.“ Für die Sanierung des alten Storchenwirts bekam die Stadt zum Beispiel einen Zuschuss von rund 1,8 Millionen Euro. Aber Neustadt an der Donau lebt nicht nur von seiner alten Geschichte, die bis auf die Zeit des römischen Reichs zurückgeht. Seit Jahren wächst auch das Gewerbegebiet. Neben der Erdölraffinerie von Bayernoil mit fast 800 Beschäftigten gibt es unter anderem diverse Autozulieferer und ein großes AUDI Prüfgelände, das sich über 300 Hektar erstreckt. Im Ortsteil Bad Gögging gibt es ein großes Kurzentrum mit einer Schwefelquelle und das Reha-Zentrum Passauer Wolf. Seit 2017 wird die neue Fachklinik Passauer Wolf gebaut. Das bedeutet: Neues Bauland musste ausgewiesen werden. Für die schnell wachsende Bevölkerung und für die neuen Gebäude. Seit 1987 ist die Einwohnerzahl der Stadt um gut ein Drittel gewachsen. „Das liegt auch daran, dass in den Ballungsgebieten der Wohnraum zu teuer wird“, erklärt Albert Moser. „Viele ziehen aus Ingolstadt hierhin.“

«Wo gibt es geeignetes Bauland? Wer ist der bisherige Eigentümer des Flurstücks, das bebaut werden soll? Wem gehören die benachbarten Grundstücke?»

Neustadt boomt

„Der Bedarf an neuen Wohnungen ist in den letzten Jahren kräftig gestiegen“, konstatiert er. „Im Ortsteil Bad Gögging entstehen gerade 12 neue mehrgeschossige Einheiten. Im Ortsteil Mauern ist ein Neubaugebiet ausgewiesen worden.“ Das bedeutet eine Erweiterung des Straßennetzes und der Kanalisation. Und jede Menge Bebauungspläne, die beschlossen werden müssen, bevor eine Genehmigung erteilt wird. „Zurzeit erstellen wir mithilfe eines Ingenieursbüros sieben bis zehn Bebauungspläne pro Jahr. Und bearbeiten an die 150 Bauanträge im selben Zeitraum“, erläutert Albert Moser, der im Bauamt inkl. Abteilung Bautechnik auf ein Team von sieben Mitarbeiternzurückgreifen kann. Bevor der endgültige Startschuss fällt, das heißt der Satzungsbeschluss steht, müssen alle Bürger und bis zu 30 Behörden am Entschluss beteiligt werden. Das A und O bei dem gesamten Genehmigungsverfahren ist eine lückenlose Dokumentation. „Wo gibt es geeignetes Bauland? Wer ist der bisherige Eigentümer des Flurstücks, das bebaut werden soll? Wem gehören die benachbarten Grundstücke? Wo gibt es bereits eine ausreichende Infrastruktur – wie Kanalisation, Straßen etc.? All diese Fragen müssen im Vorfeld geklärt sein“, meint Albert Moser. Das Problem: Diese Informationen lagern alle in unterschiedlichen Behörden: Das Liegenschaftskataster beim Vermessungsamt liefert Informationen darüber, wem ein Flurstück gehört. Das Wasserwirtschaftsamt verfügt über die Karten, in denen mögliche Hochwasser-Risikogebiete verzeichnet sind. Und beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege erfährt man, wo sich Bodendenkmäler befinden, die teilweise mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Und davon gibt es in Neustadt an der Donau jede Menge. Denn hier verlief der römische Limes, hier gibt es noch die Überreste des Römerkastell Abusina und der Thermenanlage des Kaiser Trajan.

GIS-Daten und Sachdaten auf einen Blick

Seit 15 Jahren stellt das Landratsamt Kelheim sämtliche landkreisweiten Karten über das interkommunale Landkreis-GIS der AKDB online zur Verfügung. Alle Geo-Informationen können Albert Moser und seine Mitarbeiter seitdem über die Schnittstelle zur Bayerischen Vermessungsverwaltung und zu Web Map-Services online abrufen, ohne sie einzeln aus den Behörden anfordern zu müssen. Wenn es allerdings darum ging, Eigentümer von Grundstücken, Nutzungsart oder Anzahl der Geschosse eines Gebäudes aufzurufen, mussten sie die ALKIS-Daten separat aus dem Liegenschaftsbuch abfragen. „Das Wechseln zwischen den Anwendungen war ziemlich zeitaufwändig“, erinnert sich Albert Moser. Als deshalb 2017 die neue AKDB-Software TERA Objektmanager präsentiert wurde, wollte das Bauamt sie sofort haben. Denn sie macht Sachdaten und geografische Objekte auf ein und derselben Karte sichtbar. „Außerdem sind wir seit 1996 Vollkunde der AKDB. Es ist gut, einen Anbieter zu haben, der genau weiß, wie unsere IT-Landschaft aussieht und der uns gesamtheitlich betreuen kann“, ergänzt er.

Schnell und richtig über Bauvorhaben entscheiden

Albert Moser zeigt am Bildschirm, wie das in der Praxis aussieht. Er ruft das Neubaugebiet im Ortsteil Mauern auf. Ein paar Klicks, und auf der Flurkarte färben sich einige Felder blau. „Das hier sind die Hochwasserrisiko Gebiete“, erklärt er. Die Neustädter erinnern sich noch sehr lebendig an das dramatische Hochwasser vom Mai 1999, als die Donau und die Abens einen Großteil der Stadt überschwemmten. „Hier dürfen wir nicht neu bauen. Hochwasserrisikogebiete, Bodendenkmäler, Höhenprofi le, Naturschutzgebiete – all diese Web-Layer können wir in den Objektmanager einbinden und in unserer Flurkarte visualisieren. So können wir wesentlich schneller Bebauungspläne anfertigen, Unterlagen für die Bauausschusssitzungen vorbereiten und Neubaugebiete ausweisen.“ Ein weiterer Klick, und es wird in Rot der Verlauf der Kanalisation sichtbar. „Sie sehen, mit dem TERA Objektmanager können wir beliebig Karten thematisch darstellen.“ Was der Bauleiter besonders schätzt, ist die Durchstichfunktion: Aus der Flurkarte heraus geht per Mausanzeiger ein Fenster auf, in dem sämtliche Grundstückinformationen eingeblendet werden. Und zwar immer aktualisiert: Baujahr, Geschosse, Grundstücksgröße in Quadratmetern, jetziger Eigentümer, benachbarte Grundstückseigentümer ...

In Zukunft: Noch mehr Module einbinden

Moser und seine Mitarbeiter nutzen noch nicht alle Module des Objektmanagers. „Aber wir werden sie jetzt schrittweise einführen“, meint er. Seit über 40 Jahren ist er bei der Stadt Neustadt a.d.Donau tätig und er kann sich an ganz andere Zeiten erinnern. An damals nämlich, als er bei der Anfertigung eines Bebauungsplans beim Vermessungsamt anrufen musste, um die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke zu ermitteln. Und er noch händisch Hochwasserschutzgebiete einzeichnete. Heute wächst eine Generation von Sachbearbeitern heran, die sich solch eine Arbeitsweise nicht mehr vorstellen können. Geraldine Pape zum Beispiel. Sie arbeitet erst seit kurzem im Bauamt von Neustadt an der Donau und freut sich, dass jetzt alles digitalisiert ist. „Als nächstes werden wir weitere TERA ObjektmanagerModule einführen. Das Flächenmanagement zum Beispiel, um Leerstände auf einen Blick erkennen zu können. Oder den Baumkataster – und das Straßenbestandsverzeichnis.“ Besonders aber freut sie sich auf die TERA eAkte. „Da werden dann endlich sämtliche Dokumente, die zu einem Grundstück gehören, an einer Stelle revisionssicher abgelegt und abrufbar sein: Baupläne, Schriftverkehr, Verträge.“

Weitere Informationen zum Geoinformationssystem TERA Objektmanager

INFO Stadt Neustadt an der Donau

Regierungsbezirk:Niederbayern
Landkreis:Kelheim
Fläche:93,56 km2
Einwohner:14.045 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte:150 Einwohner je km2
Stadtgliederung:22 Gemeindeteile
Webpräsenz:

www.neustadt-donau.de

 

Quelle: Wikipedia

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