14.12.20204 Minuten
IT/Digitalisierung

Der kompetente und transparente Umgang mit Daten und Informationen ist für Kommunen immer wichtiger. Deswegen hat die AKDB beschlossen, sich im März über ihre Tochterfirma LivingData an der deutsch-österreichischen Data-Intelligence-Beratungsfirma roosi GmbH zu beteiligen. Das Ziel: Das bereits bestehende Portfolio der AKDB soll kontinuierlich erweitert werden. Wir haben Ralf Pichl, einen der Geschäftsführer, gefragt, wie Kommunen ihre Daten zum „Sprechen“ bringen.

Wie kam die Idee zur Gründung?

RALF PICHL: Der kleinste gemeinsame Nenner aller unserer Mitarbeiter ist die Liebe zum Thema Data Analytics. Wir haben dieses Thema auch deshalb gleich als Claim „roosi loves data“ in unserer Corporate Identity verewigt. Wir wollten Organisationen und Unternehmen eine zentrale Anlaufstelle bieten, wenn es um das Thema Digitalisierung und Datenarbeit geht. Digitalisierung ist auch eines der drängendsten Themen in der öffentlichen Verwaltung. Deshalb rannte Steffen Kleinmanns von der AKDB-Tochter LivingData offene Türen bei uns ein mit der Idee, unsere Expertise gezielt auch Kommunen zugänglich zu machen. Denn hier lässt sich definitiv etwas an die Gesellschaft zurückgeben. Die direkte Beteiligung der LivingData an der roosi GmbH und damit indirekt auch durch die AKDB war der nächstlogische Schritt. Auf das in uns gesetzte Vertrauen sind wir mehr als stolz.

Es entstehen immer mehr KI- und Data-Analytics-Schmieden. Welchen Vorteil bietet roosi im Vergleich zu anderen Anbietern?

Was uns klar von klassischen Management- und Strategieberatern unterscheidet: Wir kombinieren die Beratung mit konkreten Werkzeugen, dem Lösungsbau und auch mit angeschlossenen Services wie Applikationssupport. Salopp gesagt, wir löffeln die Suppe, die wir uns in der Strategieberatung eingebrockt haben, auch selber wieder aus. Und sorgen mit unserem „Train the trainer“-Ansatz dafür, dass unsere Kunden eigene Kernkompetenzen im Bereich Data Intelligence intern aufbauen können.

 

Der kleinste gemeinsame Nenner aller unserer Mitarbeiter ist die Liebe zum Thema Data Analytics.

Ralf Pichl

Geschäftsführer roosi GmbH

Ein konkretes Beispiel: Wie kann die Erhebung und Nutzung von Daten einer Kommunalverwaltung helfen?

Ich würde die Frage gerne etwas beugen. Kommunen erheben seit jeher Daten. Daten sind der Treibstoff für alle Arten von Anträgen oder Behördengängen und notwendig für die Kernfunktion von Kommunen: die Daseinsvorsorge für ihre Bürgerinnen und Bürger. Kommunen sind in wesentlichen Teilen bereits digitalisiert – nicht zuletzt durch die Angebote von AKDB und LivingData. Jetzt gilt es, Datenpotenziale zu heben – durch das Aufbrechen und anschließende Synchronisieren und Integrieren von Daten- und Informationssilos. Damit wir das eigentliche Ziel einer jeden Digitalisierungsstrategie nicht aus den Augen verlieren: die Bürgerinnen und Bürger. Konkret bedeutet das: Egal, ob ich mich als Bürgerin oder Bürger um die Zulassung meines Autos kümmern möchte, mich für die Wassertemperatur im Schwimmbad interessiere oder meinen Wohnsitz ummelden will, ich greife auf all diese unterschiedlichen Dienste, sei es per Smartphone, per Webbrowser, per Telefon etc., über die gleiche Benutzeroberfläche zu.

An welchen ersten Projekten arbeiten Sie gerade? Können Sie es beschreiben und den Nutzen herausarbeiten?

Wir folgen auch in der Zusammenarbeit mit der AKDB und der LivingData unserem Beratungsframework, welches wir für unser Thema Data Intelligence entwickelt haben. Dieses besteht aus sechs aufeinander aufbauenden Schritten: Phase eins haben wir zum überwiegenden Teil abgeschlossen. Hier haben wir uns vor allem die unterschiedlichen Fachverfahren und Software-Angebote der AKDB und der LivingData angeschaut und Kundenbedarfe analysiert. Jetzt sind wir gerade dabei, die Potenziale zu analysieren und erste Vorschläge für Prototypen abzustimmen.

 

Bei der Einweihung der neuen roosi-Räumlichkeiten in Rosenheim: die roosi-Geschäftsführer Ralf Pichl und Steffen Kleinmanns sowie AKDB-Vorstandsmitglied Gudrun Aschenbrenner (sitzend v. l.) mit dem roosi-Geschäftsführer Gernot Bernert und dem AKDB-Vorstandsvorsitzenden Rudolf Schleyer (stehend v. l.)

Sie arbeiten herstellerunabhängig. Was ist der Vorteil für Ihre Kunden?

Für uns ist das eine Haltungsfrage. Wir können nicht auf der einen Seite eine ganzheitliche Strategie predigen und auf der anderen Seite am Tropf eines Software-Herstellers hängen. Wir wollen nur der Lösung der Herausforderungen unserer Kunden verpflichtet sein – und unserem eigenen Qualitätsanspruch. Konkret bedeutet dies, dass wir mit unterschiedlichen Tools zum Ziel gelangen. Der Best-of-Breed-Ansatz ist hier für uns die Maßgabe.

Sie entwickeln gerade ein Smart City Lab. Was ist das genau?

Zusammen mit den Kollegen der LivingData sind wir gerade dabei, ein Reallabor zum Thema Smart City aufzubauen. Wir zeigen hier Use Cases, vom intelligenten Winterdienst bis hin zum Schwimmbadmonitoring. Smart Citys leben von der Verbindung der physischen Welt mit der digitalen. Das gelingt durch den Einsatz von Sensoren. Mit dem Smart City Lab wollen wir das Thema erfahr- und erlebbar machen. Und damit den kommunalen Entscheidern zeigen, was alles möglich ist.

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