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Techniktage 2019: Sicherer IT-Betrieb im digitalen Wandel

In nächster Zukunft werden 80 Prozent der Interaktionen zwischen Kommunen und Bürger digital erfolgen. Vorausgesetzt, der Zugang zu Online-Diensten garantiert höchste Sicherheit. Und eine einfache Authentifizierung. Wie das geht? Experten der AKDB und der LivingData stellten auf den Techniktagen 2019 IT-Verantwortlichen ihre Lösungen vor. Die Veranstaltungsreihe findet zwischen März und Mai an zehn Terminen in Bayern statt und gipfelt am 15. Mai in der Hausmesse Unterfranken der AKDB Geschäftsstelle Würzburg. Wir waren am 14. März in München dabei.

Pro Minute werden weltweit 38 Millionen WhatsApps abgesetzt, 481.000 Tweets verschickt und 375.000 Apps heruntergeladen. Kurz: Die Welt ist immer vernetzter. Menschen nutzen täglich ihr Smartphone für die unterschiedlichsten Zwecke – vom Online-Banking über die Restaurantreservierung bis hin zum Arzttermin. Da ist es nur zu verständlich, dass sie denselben Dienst auch von der Verwaltung fordern. Warum soll man sich einen Tag frei nehmen, um einen Reisepass zu beantragen, wenn das auch online möglich ist? Kein Wunder, dass der Gesetzgeber Druck in Sachen digitale Verwaltung macht.

Judith Gerlach an die Kommunalvertreter: "Ohne Sie geht nichts!"

Einen wichtigen Akzent der Techniktage 2019 setzte dann auch Judith Gerlach, bayerische Staatsministerin für Digitales. Per aufgezeichneter Videobotschaft begrüßte sie die anwesenden IT-Verantwortlichen und Systemadministratoren aus den Kommunen und schwor sie mit klaren Worten auf ein gemeinsames Ziel ein: "Ohne Sie alle geht gar nichts. Das gilt gerade beim Aufbruch in das digitale Zeitalter". Gleichzeitig warnte sie, dass die Digitalisierung auch Konsequenzen habe und Gefahren beinhalte. "Je vernetzter die digitale Welt ist", mahnte sie, "desto wichtiger wird unsere Sicherheit vor Spionage, Sabotage und Datendiebstahl." Und so lautete das Motto der Techniktage 2019 passend: "Sicherer IT-Betrieb im digitalen Wandel".

Den Teilnehmern für einen sicheren IT-Betrieb entsprechende Lösungen aufzuzeigen, war anschließend die Aufgabe der Referenten von AKDB und LivingData. Dabei war eine der zentralen Fragen: Wie können sich Bürger sicher im Netz authentifizieren, wenn sie Verwaltungsleistungen in Anspruch nehmen? Bisher gibt es drei Arten von Authentifizierung mit drei unterschiedlichen Vertrauensniveaus: Je nachdem, ob der Bürger sich mit Passwort und Benutzername authentifiziert oder mit dem Personalausweis (nPA) und Lesegerät. Oder über Softwarezertifikat und Passwort – ähnlich wie bei der Übermittlung der Steuererklärung mit ELSTER. Und in Zukunft? Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Auch eine Videoidentifizierung wäre denkbar.

Der Trend zu Managed Services

Als im November 2018 die IT-Systeme eines bayerischen Klinikums kollabierten, war die Aufregung groß: Ein Mitarbeiter hatte wohl einen infizierten Mail-Anhang geöffnet und der Malware Emotet die Schleusen geöffnet. Sicherheit bei der Authentifizierung ist also nur einer der Bausteine für eine erfolgreiche Digitalisierung in der Verwaltung. Ein zweiter Baustein ist die Sicherheit des IT-Betriebs innerhalb der Kommune. Dazu zählen unter anderem der Einsatz von Virensoftware, Zugangskontrolle, Passwortmanagement, Netzwerkverschlüsselung und Mobile Device Management.

Circa die Hälfte der Kommunalvertreter auf den Techniktagen haben bereits begonnen, ein IT-Sicherheitskonzept auf die Beine zu stellen. Vor zwei Jahren waren es gerade mal zwischen zehn und 15 Prozent. Eine deutliche Verbesserung. Entsprechend fand das Thema Outsourcing und Next Generation Outsourcing Anklang. Viele IT-Abteilungen sind nämlich unterbesetzt, die häufigen Windows-Updates werden zur Dauerbaustelle und die Sicherheitsrisiken sind immer weniger absehbar. "Was mich auf den Techniktagen besonders interessiert", so Stephan Grosser, IT-Leiter und IT-Sicherheitsbeauftragter im Landratsamt Weilheim-Schongau, "sind die Strategien der AKDB für das kommunale Rechenzentrum der Zukunft. Wie müssen wir uns aufstellen? Wie schaffen wir es personell? Wie können wir Daten-Silos vermeiden? Und vor allem: Wie können wir die IT vereinheitlichen?"

Wenn IT-Sicherheit zunehmend zum Zeitfresser wird, sind die Outsourcing-Lösungen von AKDB und LivingData offensichtlich für viele eine attraktive Lösung. Das gilt für den Betrieb der Fachverfahren als Software-as-a-Service im Rechenzentrum, für das Outsourcing der gesamten kommunalen IT, inklusive Sicherheitsmanagement: Zugangskontrolle, Gerätefreigabe, Mobile Device Management, die gesamte Netzwerkverwaltung, die Betreuung der Firewall. Und den sicheren Remote-Zugang bei Telearbeitsplätzen kommunaler Mitarbeiter. Viele IT-Leiter waren gerade aus diesem Grund auf der Veranstaltung: "Ich interessiere mich heute vor allem für das Thema Mobile Device Management", so Guido Feldt, EDV-Leiter im Würmtal-Zweckverband für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung. "Das Informationssicherheits-Management hat in unserer IT-Abteilung im Moment höchste Priorität."

Kein Datenschutz ohne IT-Sicherheit

Eng verflochten mit der IT-Sicherheit ist auch der Datenschutz. Denn ohne ein starkes IT-Sicherheitskonzept kann kein Datenschutz gewährleistet werden. Das gilt besonders für Kommunen, denn sie verarbeiten ja sehr sensible personenbezogene Daten. Die Datenschutz-Grundverordnung kommt seit dem 25. Mai 2018 zur Anwendung. Die meisten Kommunen sind bereits gut gewappnet. Bei anderen ist die Personaldecke zu dünn. In diesem Fall können sie einen externen Datenschutzbeauftragten engagieren, der auch für mehrere Kommunen tätig sein kann. Zum Beispiel über die Gesellschaft für kommunalen Datenschutz mbH, die GKDS. im Falle einer interkommunalen Zusammenarbeit gibt es vom Freistaat sogar Fördergelder.

Digitalisierung ist Kulturwandel

Die zunehmende Digitalisierung in Kommunen begrüßten alle anwesenden IT-Leiter. Sie wünschten sich allgemein etwas mehr Digital-Begeisterung bei den Mitarbeitern. Und so verfolgten sie mit besonderem Interesse den Impulsvortrag von Alexandra Pötke, Bereichsleiterin Mediale Lösungen und Koordinatorin Digital Team bei der Stadtsparkasse München. Bei der Sparkasse ist die Digitalisierung nämlich bereits in vollem Gange, und zwar erfolgreich. Auch hier waren nicht alle Mitarbeiter dem digitalen Wandel gegenüber aufgeschlossen. Alexandra Pötke hat einen Rat ans Publikum: Die Führungskräfte müssen sich das Thema zu eigen machen und, zusammen mit den Innovatoren unter den Mitarbeitern, sämtliche Kollegen mobilisieren. Denn, wie schon Judith Gerlach in ihrer Ansprache sagte: Ohne diese geht gar nichts!