Neues zu eGovernment-Basisdiensten

Grundlage für eine erfolgreiche Digitalisierung des kommunalen Aufgabenbereichs

 

Das bayerische eGovernment-Gesetz, das zum 22. Dezember 2015 in Kraft trat, setzte wichtige regulatorische Rahmenbedingungen für das eGovernment in Bayern. Dem Gesetz vorangegangen war die Digitalisierungsinitiative des Freistaats, die Mitte 2014 Gestalt annahm und vier wesentliche Elemente umfasst. Neben dem eGovernment-Gesetz zählen hierzu der eGovernment-Pakt, das BayernPortal sowie die eGovernment-Basisdienste.

Mit dem eGovernment-Pakt gestalten Freistaat Bayern und bayerische Kommunen gemeinsam die digitale Zukunft und arbeiten bei erforderlichen Anpassungen der rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen von eGovernment eng zusammen.

Das BayernPortal ist die zentrale eGovernment-Plattform des Freistaats und der Kommunen und schafft eine einheitliche Anlaufstelle sowie einen einheitlichen Zugang zu staatlichen und kommunalen Verwaltungsdienstleistungen in Bayern. Die eGovernment-Basisdienste stellen grundlegende technische Funktionen zur Authentifizierung, zur sicheren Kommunikation und zum Bezahlen im Internet zur Verfügung. Mit diesen, vom Freistaat Bayern allen bayerischen Gebietskörperschaften betriebskostenfrei zur Verfügung gestellten Basisdiensten, können Kommunen ihr Online-Angebot insbesondere um transaktionsbasierte Prozesse einfach und effizient ergänzen. Auf diese Weise wird das eGovernment in Bayern in der Fläche weiter vorangebracht werden.

BayernID – zentrale Authentifizierung mit dem Bürgerkonto

Die zentrale Komponente der Basisdienste ist die BayernID. Dieses Bürgerkonto übernimmt Registrierungs- und Authentifizierungsfunktionen des Nutzers. Dabei stehen verschiedene Zugangsmöglichkeiten zur Verfügung, die abhängig vom erforderlichen Authentifizierungslevel des Fachprozesses genutzt werden können. Jede Kommune kann für jeden Online-Bürgerdienst und unter Berücksichtigung möglicher rechtlicher Vorgaben ihren individuellen Authentifizierungslevel festlegen.

Unterstützt werden die Varianten Registrierung und Anmeldung mit dem neuen Personalausweis sowie Registrierung und Anmeldung mit Benutzername und Passwort. Auch alternative Varianten, wie zum Beispiel Zertifikatslösungen, lassen sich über das Bürgerkonto einbinden.

Das zentrale Bürgerkonto bietet weitere Vorteile: Neben der automatischen Übernahme der persönlichen Daten aus dem Bürgerkonto in Online-Anträge – dabei entfällt die lästige manuelle Eingabe – lässt sich über das Konto auch ein sogenannter Single-Sign-On zwischen den verschiedenen Bürgerservice-Portalen realisieren. Vorteil für den Bürger: Er muss sich für die Nutzung verschiedener Diensteangebote nur einmal registrieren. Legen Bürger beispielsweise im BayernPortal des Freistaats ihr Bürgerkonto an, so können sie die Online-Angebote ihrer Heimatgemeinde, ihres Landkreises und des Freistaats ohne erneute Registrierung nutzen.

Elektronisches Postfach für sichere Kommunikation zwischen Bürger und Kommune

Mit der Registrierung der BayernID steht dem Bürger auch ein elektronisches Postfach für eine sichere und vertrauenswürdige Kommunikation mit der Verwaltung zur Verfügung. Das Postgach wird im sicheren, BSI-zertifizierten Rechenzentrum der AKDB betrieben. Auf diese Weise lassen sich auch sensible und personenbezogene Informationen zwischen Verwaltung und Bürger bzw. Verwaltung austauschen. Übermittelt die Verwaltung eine Nachricht in das Postfach des Nutzers, erhält dieser darüber eine Benachrichtigung per E-Mail

ePayment für gebührenpflichtige Antragsprozesse

Mit dem Basisdienst ePayment, der direkt aus dem Fachprozess heraus aufgerufen werden kann, lassen sich gebührenpflichtige Antragsprozesse abbilden. Dabei steht neben der technischen Funktion auch ein Zahlungsprovider zur Verfügung, der immer dann erforderlich ist, wenn Bezahltransaktionen zum Beispiel über Kreditkartenanbieter abgewickelt werden müssen. Der Zahlungsprovider übernimmt auch die Gutschriften auf das Konto der Kommune.

Das Unternehmenskonto – die digitale Identität für die Wirtschaft

Das Unternehmenskonto von z.B. Wohnbaugesellschaften oder Autohäusern ermöglicht es, Vertreter zu hinterlegen, die dann Verwaltungsprozesse initiieren und für das Unternehmen tätig werden können.