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Bayerischer Städtetag: Daseinsvorsorge nach neuestem Stand der Technik

Der diesjährige Bayerische Städtetag stand unter dem Motto "Digitale Gesellschaft. Digitale Städte". Insgesamt trafen sich am 10. und 11. Juli Vertreter von 287 Städten und Gemeinden in Augsburg, um zu diskutieren und sich zu informieren. Am AKDB-Stand konnten sie unter anderem live erleben, wie man per Chatbot ein Wunschkennzeichen beantragen kann. 

Es werden grundlegende Veränderungen auf uns zukommen, die unsere Gesellschaft umwälzen werden. Dies war der Tenor des Vortrags des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder auf dem Bayerischen Städtetag in Augsburg. Also schwor er das Publikum darauf ein, offen für die Digitalisierung zu sein, damit man weiterhin Wachstum bei gleichbleibender Lebensqualität garantieren könne. Söder plädierte für Offenheit beim Thema Digitalisierung. Einerseits in Bezug auf den politischen Diskurs, der immer mehr im Netz stattfinde – auf Youtube, Twitter und Facebook. Andererseits aber auch in Bezug auf neue Technologien und die Digitalisierung der Verwaltungsprozesse. Es werde nicht reichen, so Söder, analoge Prozesse einfach zu digitalisieren. "Bloß weil man als Verwaltung eine Facebook-Seite hat, ist man noch lange nicht digitalisiert." Die Kunst sei die Vernetzung der jeweiligen Strukturen. In der Staatskanzlei zum Beispiel treibe gerade eine Arbeitsgruppe die Einführung der E-Akte voran.

Chatbots, Online-Dienste: Das digitale Rathaus ist längst Realität

Entsprechend hoch war das Interesse der Teilnehmer an den Lösungen der AKDB. Hier konnten die Teilnehmer das komplette Produkt-Portfolio für das digitale Rathaus entdecken: In erster Linie OZG-konforme Online-Dienste, die bereits heute einen Großteil der vom IT-Planungsrat priorisierten OZG-Leistungen beinhalten. Ein weiteres Highlight war ein sprachgesteuerter Chatbot, mit dem man ein Wunschkennzeichen beantragen oder ein Auto anmelden kann. Und das ohne auch nur ein Wort zu tippen. Künstliche Intelligenz und Robotik: Längst haben Forschungsergebnisse die Uni-Labore von Spitzen-Universitäten verlassen und könnten bald im Alltag aller Bürger und Verwaltungen ankommen. Das gilt zum Beispiel für Pflegeroboter GARMI, der vom Robotik-Professor Sami Haddadin an der TU München entwickelt wurde. Haddadin, der auf dem Bayerischen Städtetag einen Vortrag über Künstliche Intelligenz (KI) hielt, konnte in seiner Rede nicht oft genug betonen: KI nehme uns nicht die Arbeitsplätze weg, sondern bringe im Gegenteil ganz neue Job-Profile mit sich.

Der Ruf nach mehr Unterstützung

Dank eines Echtzeit-Umfrage-Tools konnten die Organisatoren des Bayerischen Städtetags ermitteln, welche Themen den Teilnehmern am meisten auf den Nägeln brannten: Auf die Frage, welche Unterstützung die anwesenden Kommunalvertreter bei der digitalen Transformation am dringendsten bräuchten, antwortete die Mehrheit: finanzielle Unterstützung bei der Erstellung eines Digitalisierungskonzepts. Gleich danach rangierte die Antwort: Fachliche Unterstützung durch den Freistaat. Auch dazu bietet die AKDB bereits Beratungsleistungen an. Die neu gegründete Stabsstelle Digitalisierung ermittelt zusammen mit interessierten Kommunen den aktuellen Bedarf an Digitalisierungsleistungen und setzt einen schrittweise Implementierungsplan auf. Auf diese Weise können Kommunen die richtigen Prioritäten setzen, statt sich mit zu vielen Digitalisierungsvorhaben auf einmal zu verheben. Auch Gastgeber Kurt Gribl, Oberbürgermeister der Stadt Augsburg und Vorsitzender des Bayerischen Städtetags, unterstrich, dass nicht jede Kommune denselben Digitalisierungsstand sofort erreichen müsse, es gebe kein "Einheitsmodell". Jeder müsse nach seinen Bedürfnissen vorgehen. Und dennoch: Man müsse die Digitalisierung zügig angehen. Der Kunde erwarte digitale Dienstleistungen, "und wir als Kommune müssen liefern". Das stehe in der Stellenbeschreibung der Kommune: Die Daseinsvorsorge nach dem neuesten Stand der Technik zu garantieren.

Das Motto galt denn auch für die anderen Themenbereiche, die bei diesem Städtetag im Fokus standen. Diskutiert wurde auch über Digitalisierung in Schulen und über die Frage, warum hier noch keine einheitlichen Standards geschaffen wurden. Ebenso über das heiße Thema digitale Mobilität inklusive der Zukunft des ÖPNV und über digitale Gesundheit und Pflege.