FAQ

Rund um das Kindergeld, die Beantragung und gesetzlichen Grundlagen tauchen viele Fragen auf. Die häufigsten haben wir hier für Sie zusammengestellt. Informieren Sie sich!

 

Wer bekommt Kindergeld?

Eine Person mit Wohnsitz in Deutschland ist in der Regel berechtigt, Kindergeld zu erhalten. Dies gilt ebenfalls für nicht in Deutschland ansässige Personen, die ihr Einkommen überwiegend aus deutschen Quellen beziehen und auf Antrag als unbeschränkt einkommensteuerpflichtig behandelt werden. Ausländer müssen im Besitz einer Aufenthaltsberechtigung oder einer Aufenthalterlaubnis sein. Vgl. auch Kindergeldmerkblatt

Welche Kinder werden berücksichtigt

Leibliche Kinder werden bei ihren Eltern berücksichtigt, wenn keine andere Person vorrangig anspruchsberechtigt ist.
Leben beide Elternteile und das Kind in einem gemeinsamen Haushalt, bestimmen die Eltern, welcher Elternteil das Kindergeld erhalten soll. Daher ist in diesem Fall die Unterschrift beider Elternteile auf dem Antrag erforderlich. Zivilrechtliche Vereinbarungen über den Bezug des Kindergeldes z.B. bei getrennt lebenden Eltern sind für die Familienkasse unbeachtlich, weil für den Kindergeldanspruch die Haushaltsaufnahme des Kindes maßgebend ist. Kinder des Ehegatten, Pflege- sowie Enkelkinder, die sich auf Dauer im Haushalt eines Antragstellers aufhalten, werden ebenfalls berücksichtigt. Der Wohnsitz des Kindes muss sich in Deutschland oder im EU/EWR-Raum befinden.

Wie hoch ist das Kindergeld?

Bis zum 31.12.2014 betrug das Kindergeld für das erste und zweite Kind 184 €, für das dritte Kind 190 € sowie für das vierte und jedes weitere Kind 215 €.

Im Jahr 2015 betrug das Kindergeld für das erste und zweite Kind
188 €, für das dritte Kind 194 € sowie für das vierte und jedes weitere Kind 219 €.

Im Jahr 2016 betrug das Kindergeld für das erste und zweite Kind 190 €, für das dritte Kind 196 € sowie für das vierte und jedes weitere Kind 221 €.

Im Jahr 2017 beträgt das Kindergeld für das erste und zweite Kind
192 €, für das dritte Kind 198 € sowie für das vierte und jedes weitere Kind 223 €.

Ab dem 01.01.2018 erhöht sich das Kindergeld für das erste und zweite Kind auf 194 €,
für das dritte Kind auf 200 € sowie für das vierte und jedes weitere Kind auf 225 €.

 

 

Was muss ich tun, um Kindergeld zu erhalten?

Das Kindergeld wird nur auf schriftlichen Antrag festgesetzt. Fügen Sie dem ‚Kindergeldantrag‘ und der ‚Anlage Kind‘ bitte eine Ausfertigung der Geburtsurkunde des Kindes bei.
Bei Kindern, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, muss ein besonderer Berücksichtigungstatbestand erfüllt sein, ferner sind besondere Anspruchsvoraussetzungen zu prüfen. Dem Antrag ist z.B. eine Schul- oder Ausbildungsbescheinigung sowie stets eine ‚Erklärung zu den Verhältnissen eines über 18 Jahre alten Kindes‘ beizulegen.
Sofern Anspruch auf eine dem Kindergeld vergleichbare Leistung im Ausland besteht, teilen Sie dies bitte ebenfalls der Familienkasse mit.

 

Wie entscheidet die Familienkasse?

Über die Entscheidung der Familienkasse erhalten Sie einen schriftlichen Bescheid. Kann dem Antrag nicht oder nicht in vollem Umfang stattgegeben werden, ist der Bescheid mit seinem Inhalt maßgebend. Beachten Sie dazu bitte die Rechtsbehelfsbelehrung im Bescheid.

Wie erfolgt die Zahlung des Kindergeldes?

Das Kindergeld ist im Anspruchsmonat zur Zahlung fällig. Die AKDB-Landesfamilienkasse zahlt das Kindergeld im Regelfall bis zum 15. des Monats aus. 

Was muss ich tun, wenn sich meine Bankverbindung ändert?

 

Da das Kindergeld nicht mehr zusammen mit den Bezügen/der Vergütung ausgezahlt wird, muss eine Änderung der Bankverbindung schriftlich oder elektronisch per Online-Ausweisfunktion der AKDB-Landesfamilienkasse mitgeteilt werden. Telefonische oder per E-Mail übermittelte Änderungen des Zahlungsweges können wegen der fehlenden Unterschrift des Kindergeldberechtigten nicht berücksichtigt werden.

Was ist zu tun, wenn mein Kind das 18. Lebensjahr vollendet?

Volljährige Kinder werden nur berücksichtigt, wenn sie besondere Tatbestandsvoraussetzungen erfüllen. Das kann z.B. eine Ausbildung sein. Hierzu gehören insbesondere schulische, berufliche und universitäre Ausbildungen. Weitere Tatbeststände sind eine Übergangszeit von höchstens vier Monaten zwischen zwei Ausbildungsabschnitten, ein fehlender Ausbildungsplatz, ein fehlender Arbeitsplatz (bis zum 21. Lebensjahr), bestimmte anerkannte freiwillige Jahre oder eine schwere Behinderung des Kindes (Eintritt der Behinderung vor dem 25. Lebensjahr).

Im Regelfall ist es ausreichend, bei der Familienkasse vor Vollendung des 18. Lebensjahres - bei Erfüllung eines besonderen Tatbestandes – z.B. einen Ausbildungsnachweis und einen Kindergeldantrag nebst Anlage Kind einzureichen.

 

 

Was kann den Kindergeldbezug meines volljährigen Kindes bei bestehendem Anspruchstatbestand ausschließen?

Durch das Steuervereinfachungsgesetz wird ab dem Kalenderjahr 2012 für volljährige Kinder, für die grundsätzlich ein Anspruch auf Kindergeld besteht (z.B. wegen Schulausbildung, Berufsausbildung, Studium) die bislang gültige Einkommensgrenze von 8.004,00 EUR aufgehoben.

Darüber hinaus kann jedoch für ein Kind in einer weiteren Ausbildung, in einer Übergangszeit oder für ein ausbildungswilliges Kind weiterhin ein Anspruch auf Kindergeld bestehen, wenn es daneben nicht mit mehr als 20 Stunden wöchentlich erwerbstätig ist (dazu zählt auch eine selbständige oder gewerbliche Tätigkeit) oder ein nicht mehr als geringfügiges Beschäftigungsverhältnis (sog. Minijob) ausübt.

Wie prüft die Familienkasse mein Kindergeldanspruch?

Die Familienkasse prüft an Hand der von Ihnen eingereichten Unterlagen, ob ein Anspruch auf das Kindergeld besteht. Fehlende Unterlagen werden ggf. nachgefordert. Festsetzungen erfolgen im Regelfall für den gesamten Anspruchszeitraum.
Die Familienkasse ist in bestimmten Fällen nach Ablauf eines Kalenderjahres verpflichtet die Anspruchsvoraussetzungen nachzuprüfen. Sie werden angeschrieben, wenn die Familienkasse für Ihr Kind diese Prüfung durchführt. Die Familienkasse ist verpflichtet, eigene Ermittlungen durchzuführen.
Die Nichtbeantwortung von Prüfungsaufforderungen der Familienkasse kann zum Verlust des Kindergeldes führen.

Was muss ich tun wenn ich mit einer Entscheidung der Familienkasse nicht einverstanden bin?

Das Kindergeld zählt seit 1996 zu den steuerlichen Leistungen und ist eine Steuervergütung. Gegen eine ablehnende Entscheidung der Familienkasse kann Einspruch eingelegt werden. Hat dieser ebenfalls keinen Erfolg, so kann Klage beim Finanzgericht erhoben werden.

Kann ich als Kind Kindergeld beantragen?

Wurde von den Eltern bisher kein Kindergeldantrag gestellt, obwohl das Kind die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt, kann das Kind den Antrag stellen. Anspruchsberechtigter im Sinne des Einkommensteuergesetzes ist weiterhin ein Elternteil. Das Kind kann auch die Auszahlung des Kindergeldes an sich selbst verlangen, wenn der Kindergeldberechtigte seiner Unterhaltspflicht ihm gegenüber nicht nachkommt. Bitte wenden Sie sich in diesen Fällen an Ihre Familienkasse.

Muss ich Veränderungen sofort mitteilen?

Bitte beachten Sie Ihre Mitteilungspflicht, wenn sich die Verhältnisse, die den Kindergeldanspruch begründen verändern.
Beispiele:

  • Das Kind gehört nicht mehr zum Haushalt des bisherigen Kindergeldberechtigten
  • Die Eltern und/oder das Kind verlegen den Wohnsitz
  • Das Kind beendet vorzeitig die Ausbildung oder bricht sie ab
  • Das Kind ist nicht mehr arbeitslos 


Verwenden sie hierzu bitte die Veränderungsmitteilung (auch elektronisch per Online-Ausweisfunktion).
Informieren Sie Ihre Familienkasse zeitnah, um eine spätere Rückforderung des Kindergeldes zu vermeiden. Eine unterlassene Mitteilung kann in schweren Fällen zu einem Bußgeld- oder Steuerstrafverfahren führen. Sind Sie nicht sicher, ob sich eine Änderung in den Verhältnissen auf das Kindergeld auswirkt, informieren Sie im Zweifel Ihre Familienkasse.

Sind Fragen offen geblieben?

Bitte informieren Sie sich im ausführlichen Kindergeldmerkblatt. Sollte Ihre Frage dort nicht zu finden sein, richten sie Ihre Anfrage im Einzelfall an die AKDB-Landesfamilienkasse.
Bedenken Sie, dass eine eingehende Steuerberatung nur durch die Angehörigen der entsprechenden Berufe erfolgen darf.