AKDB aktuell November Dezember 2014

01.12.2014

Montgelas 3.0 entlastet Kommunen

Mit seiner Digitalisierungs-Strategie Montgelas 3.0 will der Freistaat Bayern das eGovernment sowohl im staatlichen als auch im kommunalen Bereich systematisch vorantreiben. Was heißt das für die bayerischen Städte, Gemeinden, Landkreise und Bezirke konkret?

Bayerns Finanzminister Dr. Markus Söder – hier im Bild mit Landrat Hermann Hübner (rechts) und AKDB-Vorstand Alexander Schroth bei der Eröffnung des Bürgerservice-Portals im Landkreis Bayreuth – forciert gemeinsam mit den kommunalen Spitzenverbänden die Digitalisierungs-Initiative.

Es gibt vier wesentliche Kernpunkte dieser Offensive: die Schaffung einer neuen Rechtsgrundlage durch das bayerische eGovernment-Gesetz, eine noch intensivere Zusammenarbeit mit den Kommunen über den eGovernment-Pakt und die Bündelung der Informationen zu staatlichen und kommunalen eGovernment-Angeboten im sogenannten BayernPortal. Der vierte Punkt, ganz aktuell den Kommunen kommuniziert, ist die dauerhafte und betriebskostenfreie Bereitstellung sogenannter zentraler Basisdienste für staatliche Dienststellen und alle kommunalen Gebietskörperschaften durch den Freistaat Bayern.

Dadurch wird den Kommunen der Einstieg in das eGovernment sowie die Bereitstellung eigener attraktiver eGovernment-Dienste für ihre Bürger spürbar erleichtert. Bei den Basisdiensten, die bereits im Rahmen des Bürgerservice-Portals der AKDB erfolgreich zum Einsatz kommen, handelt es sich um die BayernID für die Authentifizierung, den Postkorb für die sichere Kommunikation und das ePayment zum elektronischen Bezahlen. Diese Dienste stellen sozusagen das Rückgrat eines ganzheitlichen eGovernments dar.

Mit der BayernID eröffnen sich zudem neue, am Bedarf der Bürger ausgerichtete Möglichkeiten. Mit dem sogenannten "Single Sign-on" müssen sich Nutzer mit einer BayernID nur noch einmal für die eGovernment-Angebote verschiedener Diensteanbieter anmelden. Auch die Verwaltung unterschiedlicher Nutzerkonten und -zugänge entfällt. Der Nutzer erhält mit der BayernID einen einzigen Zugang für alle kommunalen und staatlichen Online-Angebote in Bayern. Das gleiche Prinzip gilt auch für den Postkorb, der Bestandteil der BayernID ist. Er ermöglicht eine sichere Kommunikation zwischen Bürger und Verwaltung. Nachrichten verschiedener Behörden, kommunal wie staatlich, stehen dem Bürger in einem Postfach zur Verfügung. Umgekehrt kann der Nutzer mit allen Behörden über seinen zentralen Postkorb kommunizieren. So können Bürger zum Beispiel im Rahmen von Antragsprozessen zusätzlich erforderliche Unterlagen und Nachweise bereitstellen. Da der Postkorb im Rechenzentrum der AKDB betrieben wird, einer sicheren, abgeschlossenen und BSI-zertifizierten Umgebung, lassen sich personenbezogene Informationen über ihn problemlos austauschen – Datenschutz und Datensicherheit sind gewährleistet.

Wer durchgängiges eGovernment anbieten möchte, kommt an elektronischen Bezahlmöglichkeiten nicht vorbei. Verwaltungsdienstleistungen sind in vielen Fällen mit Gebühren für den Antragsteller verbunden. So nimmt auch der Basisdienst ePayment eine weitere wichtige Rolle im Rahmen der Basisdienste für die Kommunen ein. Verschiedene Bezahlvarianten wie Kreditkarte, Giropay und zukünftig auch PayPal bieten den Bürgern aus dem privatwirtschaftlichen Bereich vertraute Anwendungsmöglichkeiten.

Die Basisdienste verfügen über offene Schnittstellen. So können alle Kommunen und staatlichen Verwaltungen in Bayern diese Basisdienste in eigene eGovernment-Prozesse einbinden – bis hin zu eigenen Portallösungen. Kommunen, die ihren Bürgern bereits eGovernment-Services zum Beispiel über das Bürgerservice-Portal der AKDB zur Verfügung stellen, werden finanziell entlastet. Sie können sich also ganz auf die Bereitstellung fachlicher eGovernment-Angebote konzentrieren.