29.05.2014

6. Bayerisches Anwenderforum eGovernment in Schloss Nymphenburg

Großer Andrang am Präsentationsstand der AKDB. Topthema: Bürgerservice-Portal, bei über 200 Kommunen schon erfolgreich im Einsatz. Foto: AKDB

Tradition und Zukunft in Schloss Nymphenburg: Insgesamt fast 500 Fachleute und Interessenten aus kommunalen Verwaltungen und aus der Privatwirtschaft kamen am 21. und 22. Mai zum sechsten Bayerischen Anwenderforum eGovernment nach München. Interessante Diskussionen, Vorträge und Ausstellungen haben das Forum unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Landtags in den letzten Jahren  zu einem bundesweiten Besuchermagneten werden lassen. Veranstaltungsort mit seinem historischen Ambiente war das Nymphenburger Schloss, das einst den Wittelsbachern als Sommerresidenz diente. Ein passender Bezug zur Digitalisierungsinitiative "Montgelas 3.0" von Bayerns Finanzminister Söder – benannt nach Graf Montgelas, der als Erfinder der modernen bayerischen Staatsverwaltung zu Beginn des 19. Jahrhunderts gilt.

Zur Digitalisierung Bayern gehört neben Breitbandausbau und Datensicherheit das Thema eGovernment, das durch ein geplantes bayerisches eGovernment-Gesetzes weitere Impulse erhalten soll. Erklärtes Ziel der Initiative ist es, öffentliche Dienstleistungen online anzubieten, die Kommunikation zwischen Behörden und Bürgern bzw. Unternehmen digital zu gestalten und auch die innerbehördlichen Abläufe auf eine digitale Bearbeitung anzupassen. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg sind nahtlose Verknüpfungen kommunaler Verwaltungsdienstleitungen in Fachverfahren und Webauftritte, wie es das Bürgerservice-Portal der AKDB bereits bei über 200 Kommunen erfolgreich ermöglicht. Das Bürgerservice-Portal stellt hierbei die für ein medienbruchfreies eGovernment erforderlichen Basisfunktionalitäten zur Verfügung: Authentifizierung mit dem Bürgerkonto, sichere Kommunikation über den Postkorb sowie Online-Bezahlen mittels ePayment-Komponente.

In seinem Vortrag "Digitalisierung in Bayern" verwies Dr. Rainer Bauer aus dem bayerischen Finanzministerium auf die Planung des Freistaats, allen bayerischen Kommunen Basiskomponenten für Authentifizierung, Kommunikation und elektronischen Bezahlung kostenfrei zur Verfügung zu stellen und damit eGovernment in Bayern nachhaltig voranzutreiben. Alle Bürger können dann über ein einziges sogenanntes Bürgerkonto elektronische Behördendienste nutzen, unabhängig davon, ob diese vom Freistaat oder von Kommunen angeboten werden.

Bei der Podiumsdiskussion unter dem Motto "Bürgererwartung – tun wir alles dafür, diese zu erfüllen?" appellierte Dr. Johann Keller vom Bayerischen Landkreistag an die bayerische Staatsregierung, die einheitliche Infra-
struktur für alle Kommunen zeitnah zu realisieren.

Im Hubertus-Saal, Schloss Nymphenburg: Vitako-Geschäftsführerin Dr. Marianne Wulff referiert über Verwaltungskooperationen. Foto: AKDB