News der AKDB

Digitalisierungsexperten im Interview

Sie haben das 3. AKDB Kommunalforum oder den einen oder anderen Vortrag zu den Trendthemen der Digitalisierung verpasst? Hier finden Sie alle Vortragsdownloads und Interview-Videos mit den Top-Referenten des Forums.

Für alle, die am AKDB Kommunalforum nicht teilnehmen konnten, stellt die AKDB jetzt im Nachgang der Veranstaltung alle Interviews sowie alle verfügbaren und durch die Referenten freigegebenen Vortragsfolien bereit: www.akdb.de/kommunalforum-2018.

In den vorhergehenden Ausgaben des AKDB-Newsletters hatten wir in loser Folge Interviews mit den Hauptreferenten des 3. Kommunalforums veröffentlicht. Lesen Sie diesmal ein kurzes Gespräch mit Till Behnke von nebenan.de.

Herr Behnke, auf dem AKDB Kommunalforum präsentierten Sie eine App, mit deren Hilfe die Digitalisierung Menschen näher zusammenbringen kann ...

Die App nebenan.de erleichtert es, online den ersten Schritt aufeinander zuzugehen, um sich dann im echten Leben zu begegnen. Wer die App installiert und seine Adresse verifiziert, kann sich mit den Menschen aus seiner Nachbarschaft vernetzen und austauschen. Jede Nachbarschaft ist ein in sich geschlossenes kleines soziales Netzwerk, zu dem nur Zutritt hat, wer auch wirklich in der Nachbarschaft wohnt. So entsteht ein geschützter Kommunikationsraum im Internet. Teilen, tauschen, verleihen, verkaufen, verabreden – all das ist schnell und unkompliziert möglich. Nachbarn kommen auf ganz unterschiedlichen Arten miteinander ins Gespräch: Bei praktischen Fragen ("Wer leiht mir eine Bohrmaschine?"), bei gleichen Interessen ("Wer kommt mit zum Fußball?") oder auch bei der Suche nach Anschluss ("Ich bin neu im Viertel. Wer hat Lust auf einen Kaffee?"). So treffen sich plötzlich Menschen aller Alters- und Einkommensgruppen, egal welcher Herkunft oder politischer Überzeugung.

Aus fremden Nachbarn werden neue Bekannte und Freunde ...

Es ist schön zu beobachten, dass eine gute Vernetzung im Digitalen viele positive Nebeneffekte im "echten Leben" hat: Wer sich kennt, streitet weniger. Wer sich kennt, packt gemeinsam die Zukunft des Viertels an, etwa durch Aufräum-Aktionen oder Urban Gardening Projekte. Wer sich kennt, hilft sich im Notfall – zum Beispiel mit dem Gang zum Supermarkt oder zur Apotheke, wenn ein Nachbar krank ist.
Ich glaube daran, dass die Summe positiver Erfahrungen dazu führt, dass die Identifikation mit dem eigenen Viertel steigt und das Vertrauen ineinander zunimmt. Sie hilft auch, Einsamkeit und Isolation zu bekämpfen, die laut Studien so gesundheitsschädlich sind wie zwei Schachteln Zigaretten am Tag. nebenan.de ist also ein digitaler Weg zu mehr analogen Begegnungen, die uns helfen, die Anonymität im Stadtviertel zu senken und uns wieder mehr zu Hause zu fühlen.