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„Die Erstellung des digitalen Plans mit Drohne ist wesentlich kostengünstiger“

Drohnenbefliegungen für die Erstellung von digitalen Friedhofsplänen könnten in Zukunft immer öfter stattfinden. Denn sie sind praktisch – und kostengünstiger als herkömmlich erstellte digitale Pläne. Wir haben den Projektleiter Hendrik Flock von der AKDB gefragt, wie die Idee zur Drohnenbefliegung kam und welche künftigen Einsatzgebiete denkbar sind.

Herr Flock, vor welchen Herausforderungen stehen Friedhofsämter heute?

Es ist immer wichtiger, viele Informationen im Blick zu behalten. Das schaffen wir bereits mithilfe digitaler Friedhofsverwaltung. Die Erstellung von Gebührenbescheiden, Graburkunden oder die Verwaltung von Genehmigungs- und Prüfungsfunktionen – das alles geht mit TERAwin-FRI bereits digital. Allerdings werden in Zukunft immer mehr Friedhöfe umgeplant und umstrukturiert. Es gibt beispielsweise immer mehr Urnengräber. Um den Platz neu zu organisieren, müssen Friedhofsverwaltungen im Vorfeld stets im Blick haben, wann die Grabnutzungsrechte auslaufen, kurz: wann ein Grab „frei“ wird und wo genau es liegt.

Und geht das heute nicht?

Naja, da muss man geografische Informationen – vor allem Lageinformationen -  mit Sachdaten verbinden: Wer liegt wo? Seit wann? Sind die Beiträge bezahlt? Welcher Stein wurde verbaut? Wann läuft das Grabnutzungsrecht aus? Bisher konnte man sehr wohl Papierpläne einscannen und mit Sachdaten verknüpfen. Was aber bisher nur eingeschränkt möglich war: thematische Kartenauswertungen zu machen. Etwa: Zeige alle Gräber an, die zwischen 2020 und 2030 frei werden und in einem bestimmten Bereich des Friedhofs liegen. Gerade diese Informationen sind ja entscheidend für Umstrukturierungen.

Und das könnte irgendwann ein Mitarbeiter eines Friedhofsamts dank integriertem digitalen Friedhofsplan machen?

So ist es. Man kann das hochauflösende Bild mit allen Informationen zum Grab verknüpfen und thematische Auswertungen durchführen. Ein weiterer Vorteil: Die Erstellung des digitalen Plans durch eine Drohne ist wesentlich kostengünstiger, als wenn man ihn aufwändig vor Ort mit GPS-Einmessung erstellen lässt. Außerdem erspart man sich zeitaufwändige Gänge zum Friedhof, um stundenlang geografische Daten aufzunehmen. Man hat sie alle in einem Aufnahmetermin automatisiert parat.

Und so kam die Idee, eine Drohnenbefliegung zu machen, um einen akkuraten digitalen Friedhofsplan zu erstellen … Warum in Zusammenarbeit mit der Uni Würzburg?

Viele Mitarbeiter der AKDB, die im Bereich geografische Informationssysteme tätig sind, haben zuvor an der Uni Würzburg studiert. Ich auch – im Bereich geografische Fernerkundung. Das heißt, wir haben einen besonders intensiven Austausch mit dem Institut für Geografie und dessen Studenten. Die Idee zur Drohnenbefliegung hatten wir, weil immer mehr unserer Kunden anfragen, ob wir georeferenzierte, digitale Pläne ihrer Friedhöfe bereitstellen können. Und da wir nicht vor Ort sein können, wie oft die herkömmlichen digitalen Pläne von Ingenieurbüros aufgenommen werden, suchten wir eine mögliche, zeit- und damit kostensparende Alternative. Darüber hinaus kann eine Drohne zum Beispiel nicht nur Objekte, d.h. Gräber, geografisch orten und visualisieren, sondern auch Höhenmodelle erschaffen und die Flächenbeschaffenheit definieren und somit Landschaftsmerkmale registrieren – etwa Bäume. Und das hochauflösend! Herkömmliche digitale Modelle tun das nicht. Es gibt also zusätzlich zu den Standorten noch ein toll anzusehendes Bild des Friedhofs als Planungsgrundlage.

Wo könnten Drohnen im Bereich Bau und GIS sonst noch zum Einsatz kommen?

Die größte Einschränkung von Drohnen in diesem Zusammenhang ist, dass sie eine begrenzte Reichweite haben. Man muss immer Sichtkontakt halten. Also funktioniert das nicht bei der Erstellung von einem Baumkataster, wo die Objekte recht weit voneinander entfernt liegen. Denkbar wäre es dagegen bei der Erfassung eines Spielplatzes. Drohnen bieten sich besonders gut für kleinräumige Beurteilungen an, beispielsweise zur Dokumentation von Baufortschritten, oder ganz allgemein im unwegsamen Gelände, bspw. für Schadensbegutachtungen in großer Höhe, Kronenansichten einzelner Bäume oder auch zur Hochwasserkartierung, die sich so ohne größeren Aufwand oder Gefährdung von Menschen bewerkstelligen lässt.